Corona und Heiligabend

Seniorenheime wollen Familienbesuche an Weihnachten nicht verbieten

„Alles wird gut“ steht auf den Fenstern am Seniorenglück in Rünthe. Das soll auch für die Weihnachtstage gelten.
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„Alles wird gut“ steht auf den Fenstern am Seniorenglück in Rünthe. Das soll auch für die Weihnachtstage gelten.

Bergkamen – Weihnachten ohne die Eltern oder ohne Oma und Opa – das ist für viele unvorstellbar. Noch sieht es so aus, als wenn auch in diesem Jahr, in dem so vieles anders ist, die Enkel nicht auf ihre Großeltern verzichten müssen. Auch dann nicht, wenn sie in einem Heim wohnen.

Bergkamen – „Die Familien können unsere Bewohner ganz normal zu sich nach Hause holen – wie sonst auch“, sagt Stephanie Humpert-Schöße, Leiterin des Seniorenzentrums, Seniorenglück Haus Rünthe. „Wir können und vor allem wollen wir das nicht verbieten“, betont sie. Von einigen Bewohnern wisse sie bereits, dass Familienangehörige sie an mehreren Tagen abholen werden

Gleichwohl sei natürlich eine gewisse Vorsicht geboten. Darum haben Humpert-Schöße und ihr Team das Gespräch mit den Bewohnern und dem Heimbeirat gesucht und vereinbart, dass es zwischen Weihnachten und Neujahr möglichst keine Besuche im Heim geben soll. „Auch das ist nicht zu verbieten“, so die Leiterin des Rünther Seniorenzentrums.

„Aber wir bitten darum, in der Zeit darauf zu verzichten.“ Dann habe das Team nämlich ausreichend Zeit, die Bewohner und auch die Mitarbeiter des Seniorenglücks mittels Schnelltests auf den Coronavirus zu kontrollieren. Denn an Weihnachten würden bei denen vermutlich insgesamt mehr Kontakte entstehen als davor. Möglicherweise soll es auch zwei Testdurchläufe geben. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“, sagt Humpert-Schöße.

Verordnungen werden umgesetzt

Auch die Bewohner des Hermann-Görlitz-Zentrums können ihre geplanten Besuche bei den Liebsten laut den aktuellen Maßgaben daheim antreten. „Wir setzen weiterhin die Verordnungen um und danach sind Stand jetzt an Weihnachten der Besuch im Haus und auch die Mitnahme der Bewohner möglich“, erklärt Einrichtungsleiter Ludger Moor.

Wie das Görlitz-Zentrum die Kurzbesuche handhaben wird, sei noch nicht ganz klar. „Wenn jemand länger weg war, führen wir einen Schnelltest durch“, so Moor. Inzwischen habe die Einrichtung die Möglichkeit, Bewohner und Mitarbeiter wöchentlich zu testen. Auch für Mitarbeiter, die im Urlaub waren, oder nach einer längeren Krankschreibung zurück zur Arbeit kommen, gibt es einen Corona-Schnelltest.

Die Weihnachtsvorfreude ist übrigens schon weit fortgeschritten in dem Bergkamener Seniorenzentrum: „Weil wir in diesem Jahr sehr viele kleine Weihnachtsfeiern statt mehrerer große abhalten, haben wir damit schon angefangen.“ Statt gemeinsamem Gesang erzählen Mitarbeiter und Bewohner Geschichten, eine Vermischung der Bewohner aus verschiedenen Wohnbereichen wird möglichst vermieden. „Es ist ein Kaffeetrinken im gemütlichen, familiären Rahmen.“

Im Haus am Nordberg wiederum ist nach dem Corona-Ausbruch vor einiger Zeit die Quarantäne für einige Bewohner noch nicht aufgehoben. Bis dahin sei noch so viel in der Schwebe, dass man zu den Besuchsmöglichkeiten an Weihnachten noch nichts Festlegendes sagen möchte und kann.

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