Corona-Pandemie: Zwischen Distanz- und Präsenzunterricht

Bergkamener Schulen versuchen, Routine in den Alltag zu bringen 

Die Realschule Oberaden setzt alle Hygiene- und Abstandsregeln um.
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Die Schutzmaßnahmen spielen an der Realschule Oberaden und den anderen Schulen in Bergkamen eine wichtige Rolle.

Bergkamen – Nachdem die Herbstferien den Lehrern und Schülern in Bergkamen eine kurze Atempause verschafft haben, kämpfen sie jetzt wieder mit den Unwägbarkeiten der Pandemie. An fast jeder Schule hat es inzwischen Infektionen gegeben, etliche Pädagogen, Kinder und Jugendliche mussten zeitweise in die Quarantäne. Zwischen wechselndem Präsenzunterricht und „Homeschooling“ bemühen sich alle Beteiligten engagiert darum, eine sichere Routine in den Schulalltag zu bringen. Abstands- und Hygieneregeln sowie ein sinnvolles Lüftungskonzept spielen wichtige Rollen dabei.

Auf elf Lehrer müssen Elke Heidenreich, ihre Kollegen und die Schüler des Städtischen Gymnasiums Bergkamen momentan verzichten. Sie alle befinden sich in häuslicher Quarantäne. „Das macht die Aufrechterhaltung des Unterrichts nicht einfach“, sagt die Schulleiterin. Sie hofft, dass die übrigen Pädagogen die Mehrbelastung, die sie durch zusätzlichen Unterrichtung und Vertretungen stemmen müssen, gut durchstehen. „Wenn sie jedoch zu erhöhten Krankenständen führt, dann müssen wir sehen, wie es weiter läuft. Derzeit ist aber alles noch gut geregelt“, so Bärbel Heidenreich. Die Gymnasiasten lernen vor Ort in ihrer Schule, lediglich eine neunte Klasse bekommt im Augenblick Distanzunterricht. Sie befindet sich nach einem Corona-Fall unter den Jugendlichen in Quarantäne. „Wenn eine ganze Klasse in Quarantäne ist, dann lässt sich das gut händeln. Schwieriger wird es, wenn nur einzelne Schüler zu Hause sind. Dann müssen die Lehrer nämlich zwischen Distanz- und Präsenzunterricht pendeln.“

An der Realschule Oberaden sind hingegen derzeit drei Klassen aus verschiedenen Jahrgängen in Quarantäne sowie drei Lehrer. Es ist das erste Mal, dass die Schule von der Pandemie betroffen ist. Eine Lehrkraft hat sich mit dem Coronavirus infiziert und in den betreffenden Klassen unterrichtet. Bis Montag müssen die Schüler und Lehrer nun vorsorglich zu Hause bleiben, für alle anderen gilt der Regelbetrieb. Eine grundsätzliche Testung durch das Gesundheitsamt wird nicht mehr vorgenommen, dafür reichen laut Kreisverwaltung die Kapazitäten nicht mehr aus.

„Schüler gehen verantwortungsvoll mit der Situation um“

„Unsere Schüler gehen aber sehr verantwortungsvoll mit der Situation um“, lobt Schulleiter Jörg Lange. Alle Schutzmaßnahmen würden beachtet. „Ganz ausschließen kann man eine Infektion natürlich nicht, aber alles, was möglich ist, um eine Ansteckung zu verhindern, versuchen wir umzusetzen.“ Lange hofft natürlich, dass keine weiteren Infektionen hinzukommen und alle Betroffenen die Infektion gut und ohne Folgeerkrankungen überstehen.

Daumen drücken heißt es auch an der Freiherr-vom-Stein-Realschule. Dort müssen Schüler dreier Klassen aus verschiedenen Jahrgängen zu Hause bleiben, nachdem dort Corona-Infektionen aufgetreten sind. Laut Gesundheitsamt gilt die Quarantäne vom Tag des letzten Kontaktes an 14 Tage.

Relativ entspannt ist die Situation an der Willy-Brandt-Gesamtschule. Laut dem stellvertretenden Schulleiter Dirk Rentmeister gebe es dort aktuell keine Corona-Neuinfektion. Um einen regelmäßigen Unterricht dort gewährleisten zu können, wurden die Jahrgänge elf bis 13 jeweils halbiert und in den Teilgruppen im täglichen Wechsel beschult. „Sollten die Maßnahmen nicht ausreichen und es neue Fälle an unserer Schule, dann sind wir auf Distanzlernen vorbereitet“, sagte der stellvertretende Schulleiter.

Infektionen an zwei Grundschulen

An der Prein-Grundschule wurden am Montag Tests durchgeführt, weil sich drei Kinder mit dem Virus angesteckt haben.

Und schließlich ist laut Kreis Unna noch eine weitere Grundschule in Bergkamen betroffen. Zwei Schüler wurden positiv getestet, insgesamt gibt es dazu 30 Kontaktpersonen.

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