Nach Rangelei

Bergkamener rastet aus: Massive Beleidigungen gegen eigenen Chef

Wegen eines „versuchten“ schweren Raubes muss sich ein 22-jähriger Meinerzhagener im Amtsgericht Lüdenscheid verantworten.
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Der Streit zwischen einem ehemaligen Angestellten und seinem Chef endeten vor Gericht.

Ein Streit zwischen einem Bergkamener und seinem Chef mündete in seiner Kündigung. Damit fing die Geschichte gegenseitiger Beschuldigungen und Beleidigungen aber erst an.

Bergkamen/Kamen – Jahrelang hatte ein Mann (48) aus Bergkamen mit seinem Kollegen zusammengearbeitet, bis dieser sein Vorgesetzter wurde. Von da an verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den beiden Männern. Nach 20 Jahren Tätigkeit für das Unternehmen bekam der 48-Jährige seine Kündigung. Der Mann beschuldigte seinen Chef danach, in der Firma privat Sachen für sich selbst produzieren zu lassen. Danach eskalierte der Streit weiter, weshalb die Folgen nun vor Gericht geklärt wurden.

Eines Abends, so der Bergkamener, sei er nach Hause gekommen und hätte zwei Männer dabei beobachtet, wie sie die Radmuttern an seinem Wagen lösten. Als er sie ansprach, sei es zur Rangelei gekommen. Die beiden seien abgehauen, hätten ihm aber noch zugerufen, dass er sterben würde, sollte er weiterhin etwas gegen den Chef machen oder sagen. Daraufhin sei er sehr wütend gewesen, habe Bier getrunken, so der 48-Jährige. „Dann bin ich ausgerastet“, erklärte er im Amtsgericht Kamen.

Beleidigungen per WhatsApp

Der von ihm beschriebene Ausraster hatte ihm einen Platz auf der Anklagebank verschafft. Denn Anfang Oktober hatte sich der Bergkamener per WhatsApp an seinen Chef gewandt, ihn übel beleidigt und bedroht. So hatte er ihn „Nuttensohn“ und „Hurensohn“ genannt, damit gedroht, seine ganze Sippe zu vernichten und ihn als Kinderschänder bezeichnet.

„Es sind schon starke Worte“, gab die Verteidigerin des Mannes im Gericht zu. Allerdings dürfte man die Vorgeschichte nicht außer Acht lassen. „Was hier geschrieben wurde, sind ziemlich massive Sachen“, stimmte der Richter der Anwältin zu. Aber er zeigte auch ein gewisses Verständnis für den erregten Zustand des Bergkameners. Der hatte gegen einen Strafbefehl über 1200 Euro Einspruch eingelegt.

Aufgrund dessen, dass der Angeklagte keine Vorstrafen hat, ein Geständnis abgelegt hatte, sich einsichtig zeigte und weil seit der Tat keinerlei Kontakt mehr zwischen den Männern besteht, entschied der Vorsitzende, das Verfahren gegen den Mann gegen eine Zahlung von 1000 Euro an eine Organisation, die sich für Orang-Utans einsetzt, vorläufig einzustellen. Damit hatte die Verteidigerin ihr Ziel erreicht. Denn damit, so die Anwältin, bleibe das Vorstrafenregister des Mannes weiterhin leer.

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