Museum soll neuen Eingang erhalten

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Der aktuelle Haupteingang des Museums könnte, wenn der kommende Haushaltsplan das Budget dafür hergibt, zum Neben- und Notausgang werden.

Bergkamen - Der Kulturausschuss hat den Weg frei gemacht für die Pläne, das Stadtmuseum mit einem neuen Eingangsbereich auszustatten. Ob das Geld für den angedachten Umbau vorhanden ist, zeigen aber erst die Haushaltsplanberatungen für die Jahre 2018/19.

Dennoch war es eine Grundsatzentscheidung, die der Kulturausschuss unlängst fällte. Zumindest verlieh Noch-Kämmerer und Kulturdezernent Holger Lachmann der Abstimmung diesen Stellenwert. „Mit Bordmitteln kommen wir nicht weiter. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir Geld in die Hand nehmen und das vernünftig machen“, sagte er.

Externe Architekten und Planer beauftragen

Wie berichtet, ist angedacht, den Zwischentrakt, der die Druckwerkstatt beherbergte, durch eine Art Wintergarten zu erweitern und zum neuen Eingang werden zu lassen. Er solle nicht wie ein Hintereingang wirken, sondern das ganze Erscheinungsbild des Museumsplatzes verändern. Zwar soll der jetzige Eingang bleiben und für Veranstaltungen in der Galerie sohle 1 genutzt werden, doch vorwiegend soll er als Neben- und Notausgang dienen.

Die Pläne für den Umbau der einstigen Druckwerkstatt haben es in sich. „Das sind mindestens drei Gewerke, die zusammenarbeiten müssen. Da brauchen wir Profis“, betonte Museumsleiter Mark Schrader. Er warb darum, die Planungen extern an Architekten und Planungsbüro zu vergeben. Denn die energetische Sanierung der Druckwerkstatt wird sowohl von der Sanierung des Westgiebels inklusive der Feuerleiter, als auch vom möglichen Bau eines neuen Eingangs beeinflusst. „Wir müssen wissen, was alles notwendig ist und welche Kosten auf uns zukommen“, sagte Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel. Jetzt könne man einmal einen Wurf machen und habe dann valide Daten, mit denen die benötigten Mittel abschätzbar seien. Mit einzelnen Maßnahmen zu starten, mache keinen Sinn.

Unterstützung aller Parteien

Hinsichtlich der Sanierungsarbeiten kann die Stadt auf Fördergelder aus dem Konjunkturpaket II zurück greifen, die Kosten für den neuen Eingang mit Wintergarten werden auf rund 450.000 Euro geschätzt. Ob diese Summe bereitgestellt wird, soll bei den Haushaltsplanberatungen für die Jahre 2018/2019 geklärt werden. „Vor zehn Jahren fielen solche Pläne aufgrund der Finanzlage dem Rotstift zum Opfer“, sagte Dieter Mittmann. „Wir als SPD unterstützen das Vorgehen, einen Plan zu erstellen, und hoffen, dass wir das Geld für die Umsetzung zurückstellen können.“ Dem schlossen sich die anderen Fraktionen an. Um 45.000 Euro ging es mit Blick auf das Raumklima im zweiten Obergeschoss. „Wir haben als Kulturausschuss immer darauf gedrängt, auch Originale zeigen zu können“, sagte Ausschussvorsitzender Thomas Grziwotz.

Eine Klimaanlage könne die Ausstellung der Gräber vom Logistikpark A2 ermöglichen. „Diese Funde sind genauso einzigartig wie das Legionslager“, verdeutlichte Schrader. Der Gürtel, die Bewaffnung und der Krieger selbst zeigten, dass er einen hohen Stellenwert gehabt haben müsse. „Das wird wissenschaftlich gerade diskutiert. Denn das alte Schwert, dass bei ihm lag, muss 150 Jahre lang im Besitz seiner Familie gewesen sein. Der Gürtel ist noch vollständig. Das Grab wurde nicht ausgeraubt. Südlich von Skandinavien ist das einzigartig in Europa.“ 

Einstimmig für die Investition

Diese Funde zeigen zu können, wäre daher ein Traum. Doch dafür muss das Raumklima stimmen und eine entsprechende Anlage installiert werden. „Die CDU unterstützt das“, sagte Marco Morten Pufke. „Es wäre eine Aufwertung des Museums und hätte eine überregionale Strahlkraft.“ Aber auch die Restauratoren vom LWL müssen zustimmen. „Wenn die nein sagen, haben wir Pech“, sagte Mark Schrader. Dann wäre es unnütz ausgegebenes Geld. „Aber ich denke, wir haben mit 90 Prozent große Chancen.“ Die Politik erbat daher schnellstmögliche Rückmeldungen, um notfalls noch nachjustieren zu können und stimmte einstimmig für die Investition.

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