In den Bergkamener Kitas läuft es wieder

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Bergkamen – Die Stadt Bergkamen lobt die örtlichen Kindertagesstätten für ihre Anstrengungen zum Schutz vor Corona-Infektionen. Zugleich empfiehlt sie Eltern und Erziehern Gelassenheit bei der Entscheidung, ob ein Kind mit Krankheitssymptomen eine Einrichtung besuchen oder zur Vorsicht lieber zu Hause bleiben sollte.

„Man muss dieses Thema ‘runterkochen’“, meinte Jugendamtsleiter Ludger Kortendiek am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss mit Blick auf die öffentlichen Diskussionen. Grundsätzlich gelte weiterhin, dass ein Kind nur in die Kita kommen könne, wenn es gesund sei. Laufe im beginnenden Herbst etwa die Nase, sollte zunächst 24 Stunden lang beobachtet werden, ob sich eine schwerwiegendere Erkrankung entwickele oder etwa Fieber einsetze.

Kortendiek verwies gleichwohl auf berufstätige Eltern, die keine alternativen Betreuungsmöglichkeiten haben, wenn ihr Kind erkrankt ist. Dabei seien sie unter Umständen noch einem großen Druck vonseiten ihrer Arbeitgeber ausgesetzt.

Dieses Dilemma sei wohl nur aufzulösen, indem der Gesetzgeber in Zeiten der Pandemie die Zahl der Kind-Krank-Tage erhöhe. Derzeit haben Arbeitnehmer begrenzt zehn Tage pro Jahr Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn der Nachwuchs aus gesundheitlichen Gründen der Kita fernbleiben muss.

Die 21 Kindertagesstätten in Bergkamen sowie der Hort der Friedenskirche arbeiten seit Mitte August wieder im Regelbetrieb und können die kompletten Betreuungszeiten von 25, 35 oder 45 Wochenstunden anbieten. Abhängig vom Träger, dem Alter der Kinder und den räumlichen Gegebenheiten sehe die Umsetzung der Vorgaben zum Schutz gegen das Coronavirus aber unterschiedlich aus, meinte Kortendiek. Und weiter: „Alle sind sehr vorsichtig. Insgesamt sind wir überrascht, wie gut die Kitas mit den veränderten Bedingungen klar kommen.“

In zwölf Einrichtungen gilt noch ein Betretungsverbot für Eltern

In bisher acht der 22 Betreuungseinrichtungen ist es wegen Corona zu Schließungen oder Teilschließungen gekommen. Das Jugendamt hat mittlerweile gezielt nachgefragt, wie der Infektionsschutz umgesetzt wird – und Antwort aus 20 Kindertagesstätten erhalten. Demnach gilt noch in zwölf Einrichtungen ein Betretungsverbot für Eltern. Sie müssen ihre Kinder in bestimmten Zonen abgeben und wieder abholen. Aufgehoben wird dieses Verbot zumeist, wenn es um Kinder unter drei Jahren geht.

Sechs Kitas haben separate Ein- und Ausgänge geschaffen, teilte Kortendiek mit. Größtenteils werde überdies in geschlossenen Gruppen gearbeitet und auf ein „Vermischen“ der Kinder verzichtet, um das Risiko von Infektionen zu minimieren. Bei den Randzeiten der Betreuung käme derlei Vorsatz aber an seine Grenzen.

In Sachen Personalausstattung geben 16 der 20 Einrichtungen an, dass es bislang zu keinen Einschränkungen gekommen sei. In einer Kita ist dies jedoch der Fall. Drei Häuser berichten von Freistellungen in Höhe von 20 Prozent der summierten Arbeitszeit. Die Lücken würden zum Teil durch Springer geschlossen.

Der Jugendhilfeausschuss lobte die Arbeit in den Kitas und sprach den Trägern seinen Dank aus. „Das ist mehr als beklatschenswert“, meinte die zuständige Beigeordnete Christine Busch.

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