Bergkamener greift in Streit ein und verletzt Frau

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Kamen/Bergkamen – Einen Streit unter Frauen beendete ein Bergkamener, indem er die Gegnerin seiner Freundin schubste und zu Boden stieß. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht Kamen erklärte er sein Handeln nun mit Notwehr. Letztlich erfolglos.

Bei einer zufälligen Begegnung im Park an der Pestalozzistraße gerieten die Freundin des 24-jährigen Bergkameners und eine alte Bekannte Ende November 2018 aneinander. Er ging dazwischen und stieß die Kontrahentin laut Anklage gegen eine Säule, packte sie am Kragen und warf sie zu Boden. 

Auch nahm er ihr Handy, mit dem sie ihren Bruder zu Hilfe rufen wollte, und warf es in ein Gebüsch. Die Betroffene wurde verletzt, war einige Wochen krankgeschrieben und hatte heftige Schmerzen. Sie erstattete Strafanzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Auch stellte sie einen Antrag auf Schmerzensgeld und Schadenersatz in Höhe von insgesamt rund 2000 Euro. 

Freundin war hochschwanger

Das Schubsen und Stoßen stellte der Bergkamener im Prozess nicht in Abrede. Allerdings beschrieb er sein Eingreifen als notwendige Maßnahme – zum Schutz seiner Freundin, die damals hochschwanger gewesen sei. Mit Blick auf die Gegnerin betonte er: „Die ist wie eine Furie gewesen.“ 

Und: „Was sollte ich machen?“ Das Handy habe er weggeworfen, um ihnen Zeit zur Flucht zu verschaffen. Eine Version, die seine Freundin später bestätigte. „Sie ist diejenige, die auf ihn losgegangen ist.“ Allerdings wollte die Geschädigte davon nichts wissen. Sie beteuerte, selbst nicht handgreiflich geworden zu sein. 

Passend dazu die Aussage eines unbeteiligten Zeugen. Er erklärte, nicht gesehen zu haben, dass die Betroffene ihrerseits zutrat oder zuschlug. Gleichzeitig gab er aber auch an, das Handy aus dem Gebüsch vom weichen Boden aufgehoben und der Frau übergeben zu haben. 

Zeugen hat keine Schäden am Handy in Erinnerung

An massive Schäden konnte er sich nicht entsinnen. Die Folge: Vom Vorwurf der Sachbeschädigung wurde der 24-Jährige freigesprochen. Was die Körperverletzung betraf, hatte das Gericht aber keine Zweifel an der Schuld. In dem Punkt wurde er zu 2400 Euro Geldstrafe und zu 400 Euro Schmerzensgeld verurteilt.

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