Bergkamener fordern schnellere Umsetzung der Klimaschutzziele 

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Die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes in ihrer Stadt wollen Bergkamener Bürger künftig mehr in den Fokus nehmen. 

Bergkamen – Das Thema Klimaschutz ist durch die Corona-Pandemie in den Hintergrund gerückt, bewegt die Gemüter aber nach wie vor.

Das zeigte sich auch in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses, als gleich mehrere Bergkamener die Einwohnerfragestunde nutzten, um von der Stadt ein schnelles Handeln zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes zu fordern.

Anlass war eine Anregung der Bürgerinitiative (BI) „L 821 n – nein“, der zuvor abgelehnt worden war. Darin schlägt Andreas Worch im Namen der BI der Stadt die Nutzung des Computerprogramms namens Klimaschutz-Planer zur CO2-Bilanzierung vor. SPD und CDU folgten der Argumentation der Verwaltung, wonach eine solche Nutzung nicht notwendig sei, weil bereits der Regionalverband Ruhr (RVR) für die Stadt in dieser Sache aktiv sei. Unterstützung für die Bürgeranregung gab es lediglich von den Grünen. 

Das Programm ist ein Tool des Klima-Bündnisses. Das Land hat für seine Kommunen eine kostenlose Lizenz erworben, die nach Registrierung bei der Energie-Agentur NRW genutzt werden kann. Bergkamens Stadtverwaltung hält den Klimaschutz-Planer für geeigneter als das Programm, mit dem sie im Zuge des 2018 verabschiedeten Integrierten Klimaschutzkonzeptes (IKK) eine erste CO2-Bilanz für 2016 errechnet hat. 

Eine nächste Bilanz für 2017 wird laut Verwaltung derzeit vom RVR erstellt, mit dem zu diesem Thema eine Kooperation eingegangen worden sei. Im Herbst sei mit den Ergebnissen zu rechnen. Auch in Zukunft wolle der Verband für Bergkamen in diesem Punkt aktiv sein. 

Die Verwaltung weist die Bürgeranregung auch deshalb zurück, weil nach ihrer Ansicht eine kurzfristig und eigenständig erstellte CO2-Bilanz derzeit nicht zielführend ist. „Die Umsetzung des IKK ist mit der Einstellung des ,Projektmanagers Klima und Umwelt’ zum 1. Juni 2019 angelaufen. Erste Auswirkungen können vor diesem Hintergrund erst in den Folgejahren festgestellt werden“, heißt es in der Beschlussvorlage zur Sitzung. 

Und: Die Erstellung einer weiteren CO2-Bilanzierung sollte erst in den Jahren 2021/22 angestrebt werden, im Zweifel in Eigenregie. Grünen-Ratsherr Thomas Grziwotz erinnerte daran, dass die Stadt Bergkamen Mitte 2019 mit Mehrheit im Rat den Klimanotstand ausgerufen hat. 

Das Thema Klimaschutz scheine wenig ernstgenommen zu werden, wenn man sich nun so viel Zeit mit der CO2-Bilanzierung nehme, betonte er. Man benötige in der Klimafrage schnelle Erkenntnisse, die Stadt könne durchaus ergänzend zum RVR tätig werden. Das lehnten SPD und CDU ab. Es bringe keinen Mehrwert, „doppelt gemoppelt“ oder „doppelgleisig“ zu agieren, hieß es aus den Fraktionen. 

Außerdem könne man dem Steuerzahler keine doppelten Ausgaben zumuten. Ausschussvorsitzender Marco Morten Pufke (CDU) sagte, die Stadt könne immer noch aktiv werden, wenn sie den Eindruck gewinne, der RVR komme „nicht zu Potte“. 

In der anschließenden Einwohnerfragestunde mahnten einige Bergkamener eine zügige und regelmäßige Überprüfung des IKK an, statt das Thema auf die lange Bank zu schieben. Zudem würden sie sich als Bürger nicht gehört fühlen. Dabei sei im IKK eine nachhaltige Beteiligung der Öffentlichkeit ausdrücklich vorgesehen.

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