Fahrschulen in der Corona Krise

Bergkamener Fahrschüler lernen digital

Seit April dürfen Fahrlehrer wie Jürgen Knuf wieder unterrichten. Allerdings gelten strenge Vorgaben in den Räumen und Autos.
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Seit April dürfen Fahrlehrer wie Jürgen Knuf wieder unterrichten. Allerdings gelten strenge Vorgaben in den Räumen und Autos.

Bergkamen – Während die Gastronomie im zweiten Lockdown wieder schließen muss, dürfen Fahrschulen dieses Mal offen bleiben. Das freut nicht nur die Fahrschüler, sondern auch die Fahrlehrer. Doch eine besondere Situation fordert auch besondere Maßnahmen – oder doch nicht?

Michael Kepp, Inhaber der gleichnamigen Fahrschule mit Standorten in Bergkamen, Kamen und Werne hat sogar extra für den digitalen Unterricht 100 Laptops angeschafft, damit Fahrschüler von Zuhause aus am Unterricht teilnehmen können. Im Theorieunterricht seien Reaktionen unter den Masken der Schüler kaum wahrnehmbar – das sei digital einfacher, da keine Masken getragen werden, so Kepp. Deshalb habe sich der digitale Theorieunterricht zum zweiten Mal durchgesetzt. Was im ersten Lockdown nur eine Übergangslösung sein sollte, wurde ab Oktober wieder eingeführt. Die steigenden Fallzahlen sorgen für Verunsicherung. „Damit wir die Infektionsgefahr eindämmen können, bieten wir E-Learning an und verzichten so auf persönliche Kontakte“, sagt Kepp. Im ersten Lockdown habe sich das digitale Prinzip mit den rund 500 Fahrschüler bewährt.

Im März und April verzeichnete die Fahrschule Kepp deutliche Verluste, der praktische Bereich fiel komplett weg. Von Mai bis Juli lief es dann wieder besser, da viele Schüler ihre Theoriestunden bereits im Lockdown digital absolvieren und so direkt zum Praxisteil übergehen konnten. „Das ist eigentlich das Beste, was wir in dieser Zeit machen konnten“, ist sich Inhaber Kepp sicher. Die Welt habe sich verändert, und das digitale Zeitalter werde durch Corona beschleunigt.

Digitale Variante ist keine Dauerlösung

Falk Rzepka und sein Team der Fahrschule FR bieten das digitale Angebot nicht an. Rzepka sieht in der digitalen Variante nur eine Notlösung, die auf Dauer keine Alternative sei. „Ich bin für den persönlichen, interaktiven Präsenzunterricht, weil Schüler so individuell gefördert werden und in der Face-to-face-Situation besser agieren können“, sagt Rzepka.

Sollte sich die Situation wieder zuspitzen und Fahrschulen ihren Betrieb zum zweiten Mal einstellen müssen, dann sei die Fahrschule Knuf vorbereitet: „In dieser Zeit können wir wenigstens online Theorieunterricht anbieten“, sagt Inhaber Jürgen Knuf. Fahrschüler können trotz digitalem Unterricht ihre Theoriestunden anrechnen lassen.

Der Betrieb in den Bergkamener Fahrschulen von Knuf wurde seit dem 20. April wieder aufgenommen. „Wohler würde man sich natürlich ohne Corona fühlen, aber die Schüler wollen weiter kommen, und solange die Schutzmaßnahmen ernst genommen werden, haben wir ein gewisses Maß an Sicherheit“, sagt Knuf. In allen Fahrschulräumen herrscht Dokumentationspflicht für alle Teilnehmer, zudem wird die Maske – anders als vorgeschrieben – wie in den Räumen der Fahrschule Knuf auch am Sitzplatz aufbehalten. Im Fahrschulwagen gilt für alle Fahrschüler und -lehrer Maskenpflicht. Zudem werden nach jeder Fahrstunde das Fahrzeug 15 Minuten gelüftet und die Kontaktflächen desinfiziert. „Wir versuchen so, das Risiko einer Ansteckung gering zu halten. Wir wollen präventiv vorgehen, damit möglichst nichts passiert“, so Knuf.

Mehr Anmeldungen als im Vorjahr

Rzepka, Inhaber der Fahrschule FR kann mit einem guten Gefühl seiner Arbeit nachgehen. „Wir sind mit dem Hygienekonzept gut aufgestellt“, sagt Rzepka. „Wir haben den Auftrag, unsere Schüler auszubilden, damit sie mobil sind.“

Das sieht auch Kepp so: Der Fahrlehrer vermutet, dass es gerade in Zeiten von Corona wichtiger werde, mobil und nicht auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen zu sein. Zudem vermutet der Fahrlehrer, dass viele Menschen mehr Zeit für die Absolvierung des Führerscheins haben. „Wir haben circa 25 Prozent mehr Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Kepp.

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