Test ergibt 2,2 Promille

Mann aus Bergkamen fährt ohne Maske und Ticket mit der Bahn - und beleidigt auch noch den Zugbegleiter

Fahrkartenkontrolle
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Ein Zugbegleiter wurde auf den Bergkamener aufmerksam, weil dieser keine Maske trug.

Die Trennung von seiner Freundin war zu viel für einen Bergkamener. Nachdem der ehemalige Alkoholiker ein knappes Jahr trocken gewesen war, griff er am 3. August vergangenen Jahres zur Flasche. Dieser Ausrutscher kostete ihn am Ende 1500 Euro. So lautete jetzt das Urteil des Kamener Amtsgerichtes.

Bergkamen - Denn der 40-Jährige hatte die Bahn von Düsseldorf nach Dortmund benutzt, ohne die dafür fälligen 15,40 Euro zu zahlen. Ein Zugbegleiter wurde auf den Mann aufmerksam, weil dieser seine Maske nicht trug. Statt der Aufforderung, sie aufzusetzen, zu folgen, begann der Bergkamener sein Gegenüber zu beleidigen. Bei dieser Gelegenheit kam auch gleich noch die Schwarzfahrt heraus.

Der Zugbegleiter alarmierte die Polizei. Auch in Gegenwart der Beamten beleidigte der 40-Jährige den Bahnangestellten als Schweinehund. Den Polizisten wurde schnell klar, dass der Mann alkoholisiert war. Ein Test ergab 2,2 Promille. Dennoch, so die Aussage eines Polizisten, war der Bergkamener in der Lage, dem Geschehen zu folgen.

Viele Vorstrafen belasten den Angeklagten

Aus dem Mund des Erwischten klingt das ganz anders. Im Amtsgericht Kamen erklärte der 40-Jährige, sich an nichts erinnern zu können. Er wisse nur noch, dass er einen Streit mit seiner Freundin gehabt habe und daraufhin abgehauen sei: „Ich war stark alkoholisiert. Ich weiß nicht, was ich gemacht habe. Mir war alles scheißegal. Ich weiß nicht, ob ich beleidigt habe.“ Auch wisse er nicht, ob er ein Ticket gekauft hatte. Dass er das nicht getan hatte, bestätigt ein Polizist im Zeugenstand.

Eigentlich sollte auch der Zugbegleiter aussagen. Zu einem ersten Gerichtstermin war er nicht erschienen, woraufhin es zum neuen Termin kam. Doch auch dieses Mal blieb der Mann weg. Das bringt ihm ein Ordnungsgeld von 200 Euro, ersatzweise vier Tage Ordnungshaft ein. „Wenn er das so meint, dann ist das so. Dafür möchte ich mich entschuldigen“, bemerkte der Angeklagte nach der Zeugenaussage des Polizisten, der die Anklage in vollem Umfang bestätigte. Am Ende kassierte der Bergkamener 1500 Euro Geldstrafe. Grund dafür sind unter anderem 17 Vorstrafen.

Seit 1997 hat sich der 40-Jährige immer wieder wegen Diebstahls, Erschleichens von Leistungen und Betrugs strafbar gemacht. Die Tatsache, dass der Bergkamener 2,2 Promille hatte, berücksichtigte der Richter in seinem Urteil nur wenig. Denn, so der Vorsitzende, das sei zwar jede Menge Alkohol, aber jeder vertrage das anders. Die Aussage des Polizisten zeige ihm, dass der Angeklagte durchaus Herr seiner Sinne gewesen war.

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