Des einen Glück, des anderen Leid

Ja zur L821n: Das sagen die Bürgerinitiativen 

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Wortspiel mit dem Verkehrsminister für den Protest: Die L821n kommt trotzdem.

Bergkamen – Die Debatte um die L821n wurde in den vergangenen Monaten von den Bürgerinitiativen (BI) befeuert. Nun steht fest: Die L821n wird gebaut. Für die Bürgerinitiative (BI) „L821n – Jetzt!“ bedeutete das: Ziel erreicht, ihre Arbeit ist getan. Die Gegner der Straße sind hingegen enttäuscht.

„Ich bin sehr froh, dass die Straße gebaut wird“, sagte Thomas Schauerte, Sprecher der BI „L821n – Jetzt!“. Es liege ein langer Weg, über 40 Jahre, hinter ihnen. „Aber wir haben unser Ziel erreicht“, resümierte Schauerte. Wer nicht an der Schulstraße wohne, könne sich nicht vorstellen, was dort aktuell passiere. „Wir haben sogar eine 87-Jährige Mitstreiterin, die noch unbedingt über die fertige Straße fahren will“, so Schauert. 

"Finale Entscheidung wird in Düsseldorf gefällt"

Bis vor einigen Tagen mussten er und seine Mitstreiter noch zittern. Denn nachdem der Stadtrat in einer Resolution beschlossen hatte, den Bau der Straße abzulehnen, schien die Zukunft der Umgehungsstraße ungewiss. „Uns war aber klar, dass die finale Entscheidung in Düsseldorf bei der Landesregierung gefällt wird“, so der Sprecher. Er habe nicht damit gerechnet, dass in Düsseldorf ein Umdenken stattfindet. „Die Resolution ist nur eine Meinungsbekundung“, sagte Schauert. 

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"Minister steht nicht zu seinem Wort"

Andreas Worch, Sprecher der BI „L821n – Nein!“, sieht das anders. Denn für ihn ist diese Meinungsbekundung fest verwurzelt mit einem nicht eingehaltenen Versprechen. „Der Verkehrsminister steht nicht zu seinem Wort“, so Worch. Die BI hatte auf eine Äußerung Wüsts vertraut, dass ein Ratsbeschluss nötig sei, um die Straße zu rechtfertigen. Ergo: Die Straße wird nicht gegen den Willen der Stadt gebaut. „Ich finde es sehr befremdlich, dass ein Landtagsabgeordneter gegen den Willen der Kommune und einen Großteil der Bevölkerung handelt.“ Die BI wünsche sich, dass sich die Stadt oder der Bürgermeister für den Ratsbeschluss einsetze. „Es ist ein Unterschied, ob man sich wirklich einsetzt oder es bei einem Schreiben ans Verkehrsministerium belässt“, findet Worch. 

Wortspiel mit der Heimatministerin für den Protest: Die L821n kommt trotzdem.

Besonders der Verweis von Straßen.NRW, dass die Grundstückverkaufe so gut wie abgeschlossen wurden, könne er nicht verstehen. „Der Wert dieser Grundstücke verfällt doch nicht plötzlich, nur weil die L821n nicht gebaut wird“, erklärte der Sprecher. Die Kosten für den Straßenbau seien viel höher als die Summe, die bisher investiert worden sei. 

Die BI werde weiterhin aktiv gegen den Bau der Straße kämpfen – wenn auch nicht in Bergkamen. „Hier haben wir alles erreicht. Jetzt müssen wir in Düsseldorf aktiv werden.“

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