Mann aus Bergkamen verurteilt

Über vier Jahre: Haschischplantage in der Wohnung angelegt

+

Mit einem milden Urteil ist am Dortmunder Landgericht gestern der Prozess gegen einen Bergkamener zu Ende gegangen, der in seiner damaligen Wohnung an der Burgstraße jahrelang eine Haschischplantage betrieben hatte.

Bergkamen/Dortmund – Die Strafkammer unter Vorsitz von Thomas Jungkamp verurteilte den 39-Jährigen übereinstimmend mit den Strafanträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe. Außerdem muss der Verurteilte in Raten eine Geldbuße von 3000 Euro an die Staatskasse zahlen.

Der Bergkamener hatte gleich zu Prozessbeginn zugegeben, in seiner Dachgeschosswohnung über vier Jahre eine stetig wachsende Marihuanaplantage aufgebaut und regelmäßig die reifen Pflanzen geerntet zu haben. Nach Hinweisen seines Vermieters durchsuchten am 19. Dezember 2017 Fahnder seine Wohnung und entdeckten dort und im Keller des Wohnhauses rund vier Kilogramm an frischen Setzlingen und getrockneten Pflanzenteilen. 

„Insgesamt hatte das Pflanzenmaterial jedoch eine weitaus schlechtere Qualität als bei einem professionellen Drogenhändler“, beschrieb Thomas Jungkamp in seiner Urteilsbegründung die letztlich nicht sonderlich ergiebigen Ernteergebnisse.

Drogenhandel konnte nicht nachgewiesen werden

Strafmildernd wurde zudem berücksichtigt, dass der Bergkamener überwiegend für den Eigenkonsum angebaut hatte, nur rund einmal im Monat für kleines Geld einem Freund drei bis vier Gramm Marihuana abgegeben hatte. Einen Drogenhandel im herkömmlichen Sinne könne dem sichtlich reuigen Mann nicht nachgewiesen werden, auch keinen bewaffneten Drogenhandel. Zu verurteilen sei er lediglich auch wegen des unerlaubten Besitzes von Waffen. Bei der Wohnungsrazzia waren ein Schlagstock, Wurfsterne und ein Butterflymesser beschlagnahmt worden.

Weitere vermeintliche Waffen erwiesen sich als ungefährliche Sammelsurien und Erbstücke. Der sichtlich erleichterte und bislang nicht vorbestrafte Verurteilte nahm den Richterspruch noch im Gerichtssaal an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare