Positive und negative Auswirkungen

Gebäudereiniger in der Corona-Krise: Auftragslage unterscheidet sich

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Mit Desinfektionsmittel, Handschuhen und Mundschutz ausgestattet reinigen die Mitarbeiter der Nordberger Gebädereinigung in Bergkamen zum Beispiel Kindergärten. Katrin Birk, zusammen mit ihrem Mann John Birk in der Geschäftsführung, macht es vor.

In einigen Branchen hinterlässt die Corona-Krise negative Spuren. Viele Unternehmen stehen vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Bei Gebäudereinigern wirkt sich die aktuelle Situation aber von Betrieb zu Betrieb völlig unterschiedlich aus, so auch bei Unternehmen in Bergkamen und Bönen. Je nachdem, für welche Kunden sie arbeiten, profitieren sie entweder oder ihnen bleiben die Aufträge aus.

Bönen/Kreis Unna – „Wir haben einige Bereiche, die sind komplett zum Erliegen gekommen und wir haben aber auch Bereiche, die komplett durchlaufen“, erzählt John Birk, Geschäftsführer der Nordberger Gebäudereinigung. Gut laufe es beispielsweise in Kindergärten, „also dort, wo Menschen zur jetzigen Zeit Systemrelevanz haben und arbeiten“, sagt Birk. Dort sei die Arbeit aufgrund des gestiegenen Hygienebedarfs sogar noch intensiviert worden. Jedoch würden die Bereiche, in denen das Unternehmen profitiert, die Verluste nicht ausgleichen können. „Wir haben schon mehr Einbußen, als wir aufgrund der Corona-Krise stellenweise profitieren“, erzählt Birk. Zum Erliegen kämen derzeit beispielsweise alle Bereiche, die mit dem Einzelhandel oder der Gastronomie in Kontakt stehen.

Auch in einem anderen Bereich läuft es momentan nicht rund, berichtet Birk: „Wir sind bei Privatleuten stellenweise überhaupt nicht gerne gesehen. Aufgrund der Distanz, die wir zueinander wahren sollen, gibt es dementsprechend viele Absagen.“ Gleiches gelte auch für diverse Werksgelände. Bei ihren Aufträgen, die aufgrund der Krise nicht wegfallen, geben die Mitarbeiter nach wie vor alles.

Probleme bei der Besorgung von Desinfektionsmittel habe es bisher keine gegeben, wie Birk berichtet. Zentrales Thema sei vielmehr der Mundschutz gewesen. „Wir hatten und bereits vor der Krise zum Glück bevorratet. Dennoch mussten wir gucken, dass wir danach auch noch welche erhalten“, sagt Birk.

Umsatzeinbußen wegen verlorener Aufträge

Für Brigitte Smandzik, Geschäftsführerin des Unternehmens Blue Clean Security am Heideweg in Bergkamen, sei es anfangs nicht leicht gewesen, genug Desinfektionsmittel zu besorgen: „Es war schwierig, daran zu kommen. Vor 14 Tagen habe ich mich deshalb dumm und dämlich telefoniert. Im Moment hat sich das alles wieder beruhigt. Es ist jetzt schon wieder mehr erhältlich.“ Die Arbeit sei derzeit nicht wie gewohnt. Das Unternehmen putzt normalerweise regelmäßig in Schulen oder Containeranlagen an Baustellen. In einigen Bereichen gäbe es mehr zu tun, in anderen weniger. „In einer Schule in Bochum haben wir zum Beispiel täglich geputzt. Ab nächster Woche putzen wir dort wieder, aber erst mal nur drei Mal die Woche“, sagt Smandzik. Einige Aufträge an Baustellen habe das Unternehmen auch verloren. Umsatzeinbußen hätten sich im vergangenen Monat besonders gezeigt. Doch Smandzik lässt sich davon nicht unterkriegen: „Da muss man einfach abwarten, wie sich das jetzt entwickelt.“

Eher negativ als positiv hat sich die aktuelle Lage auch auf den Betrieb von Yavuz Yazir, Geschäftsführer der Gebäudereinigung Mundor am Augustweg in Bergkamen, ausgewirkt. Das Unternehmen hat sich auf Baureinigung und die Textilbranche spezialisiert. „Unsere Aufträge sind schon größtenteils weggebrochen“, erzählt Yazir. „Die Textilbranche leidet ja schon stark unter der Krise und die ganzen Neubauten, in denen wir tätig sind, sind alle gestoppt.“ Eines stimmt den Geschäftsführer jedoch zuversichtlich: „Wir wissen, dass es im nächsten Monat wieder losgeht und einige Neubauten fertig gestellt werden.“

Veränderte Reinigungszeiten

Wenig von der Krise betroffen sei dagegen das Unternehmen MFClean in Bönen. „Tatsächlich brechen bei mir keine Aufträge weg“, sagt Geschäftsführer Maik Fiebig. Einen großen Zuwachs an Aufträgen gebe es für das Unternehmen, das Büros größerer Firmen oder Privathaushalte reinigt, aber auch nicht. Verändert hätten sich aufgrund der Krise vor allem die Reinigungszeiten, da viele Unternehmer im Home-Office arbeiten. Vor allem Masken habe Fiebig für seine Mitarbeiter aufgestockt. Besonders das Besorgen von Desinfektionsmittel sei nicht ganz einfach gewesen. „Eine Zeit lang war es sehr schwierig. „Es hat sich jetzt aber so langsam wieder beruhigt“, sagt Fiebig.

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