Fehlendes Know-How

ZWAR-Projekt: Gründung neuer Gruppen schwierig

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Die ersten Arbeitstreffen des Bergkamener Zwar-Netzwerkes im vergangenen Jahr waren sehr gut besucht.

Bergkamen – Rund 10 000 ältere Menschen in NRW treffen sich regelmäßig zum Radfahren, Wandern, Kegeln und mehr. Das machen sie im Rahmen der Gruppen, die den Namen „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ (Zwar) tragen. In einem Monat könnte der Zentralstelle von Zwar in Dortmund jedoch das Geld ausgehen und das könnte auch Auswirkungen auf das Zwar-Netzwerk in Bergkamen haben.

Das Land NRW förderte das 1979 an der TU Dortmund gegründete Projekt seit 1983. Fast 600 000 Euro flossen zuletzt pro Jahr an die Geschäftsstelle in Dortmund mit ihren zehn Mitarbeitern. Dem setzte Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) vergangenes Jahr ein Ende, sodass allen Mitarbeitern der Dortmunder Geschäftsstelle zum 31. Dezember gekündigt wurde. Aktuell gibt es knapp 300 ZWAR-Gruppen in rund 80 Kommunen. Auch in Bergkamen haben sich unterschiedliche Gruppen gebildet.

Gründung neuer Gruppen schwierig

Auf die bestehenden Zwar-Gruppen in Bergkamen habe das Beenden der finanziellen Unterstützung erst mal keine großen Auswirkungen, berichtet Werner Matiak, Vorstand im Zwar-Netzwerk Bergkamen. „Die Gruppen können autark weitermachen“, fügt er hinzu.

Schwierig könne es jedoch bei der Gründung einer neuen Gruppe werden. „Das hat bisher die Zentrale in Dortmund gemacht, die hat das im Regelfall begleitet“, so Matiak. Auch sei die Zentrale in anderen Bereichen tätig gewesen, zum Beispiel wenn es um Diskrepanzen in den Gruppen ging. „Die ausgebildeten Mitarbeiter haben eingegriffen und versucht, dafür zu sorgen, dass es in den Gruppen weiterhin harmonisch läuft“, sagt Matiak. Auch die Qualifizierung der Gruppen sei Aufgabe der Ansprechpartner in Dortmund gewesen. Das Know-How der Mitarbeiter könnte nun fehlen.

Bei den Basistreffen, die regelmäßig stattfinden, treffen sich die Gruppen, um sich auszutauschen. Hier ist die Entscheidung des Sozialministers ebenfalls Thema. „Ich weiß bis heute nicht, warum Laumann diese Entscheidung getroffen hat. Wir reden ja nicht über eine Förderung von zig Millionen“, so Matiak.

Großes Angebot an Gruppen

Das Geld, das bis zum vergangenen Jahr in das Projekt floss, ist für Matiak, der ebenfalls Mitglied der Basisgruppe in Bergkamen ist, eine sich lohnende Investition gewesen. „Es gibt so eine große Bandbreite an Aktivitäten. Es ist schön zu sehen, wie sich Menschen nach so einer kurzen Zeit dort eingebunden haben. Mit den gemeinsamen Aktivitäten motivieren wir die Leute, ihre Freizeit aktiv zu gestalten“, betont Matiak.

Das Angebot an Gruppen ist groß: Ob Wandern, Radfahren, Basteln, Kegeln oder das gemeinsame Besuchen von Veranstaltungen – für jeden dürfte die passende Gruppe dabei sein. Matiak selbst ist Mitglied in einer Radfahr-Gruppe in der Stadt und froh darüber, dass es diese Möglichkeit der gemeinsamen Aktivitäten gibt. „Für mich persönlich ist es ganz wichtig, mich da einzubringen“, sagt er.

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