Bergkamen will Flächen für Windenergieanlagen finden

Um Bergkamens einziges Windrad am Galgenberg bauen zu können, musste ein Landwirt vor Gericht ziehen.
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Um Bergkamens einziges Windrad am Galgenberg bauen zu können, musste ein Landwirt vor Gericht ziehen.

BERGKAMEN -  So genannte Windvorranggebiete, also geeignete Flächen für Windkraftanlagen, sind bislang im Flächennutzungsplan für Bergkamen nicht enthalten. Das soll sich ändern, die Verwaltung will ein Windenergiegutachten erstellen lassen, das klärt, welche Flächen sich tatsächlich anbietet.

Solange keine Windvorranggebiete festgeschrieben seien, erklärt Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters, müsse jeder Neubau oder Ersatz einer Windkraftanlage einzeln geprüft werden. „Auch können Anbieter von Windenergieanlagen dies zum Anlass nehmen, Standortuntersuchungen zu betreiben.“

In dem Gutachten, das die Stadt in Auftrag geben will, soll daher überprüft werden, wie, wo, ob überhaupt und in welcher Größenordnung Windkraftanlagen errichtet werden können. Von den politischen Fraktionen war die Vorgehensweise begrüßt worden. Das Ausschreibungsverfahren läuft.

Eigene Untersuchungen der Stadt haben ergeben, dass 16 Flächen auf Bergkamener Stadtgebiet potentiell für Windkraftanlagen – entweder einzelne oder sogar ein Park – geeignet sein könnten.

Eine dieser Flächen ist die östliche Bergehalde, die von der Firma Prokon aus Itzehoe unter die Lupe genommen wurde. Laut deren Einschätzung könnten Richtung Kanal und Beverseegebiet ganze fünf Windenergieanlagen gebaut werden. Mit 140 Meter Nabenhöhe (gesamt 196 Meter) und einem Rotordurchmesser von 112 Metern kämen diese fünf Anlagen auf eine Nennleistung von gut 3 000 Kilowatt.

Eine Windkraftanlage gibt es in Bergkamen am Galgenberg, die gut 1 200 Megawattstunden Strom im Jahr liefert. Eine weitere Anlage befindet sich im Genehmigungsverfahren. Diese würde ein paar Nummern größer – „mit einer Nennwirkleistung von 3 170 Kilowatt, einer Nabenhöhe von 123 Metern, und einem Rotordurchmesser von 114 Metern die größte Anlage im nördlichen Kreisgebiet“, so Peters.

Der Aktionskreis Wohnen und Leben Bergkamen begrüßt, dass Verwaltung und Politik das Thema Windenergie aufgreifen, wie der Vorsitzende Karlheinz Röcher mitteilt. Der Verein setze sich mit dem Thema „Energiewende in Bergkamen – Windanlagen auf der Halde Großes Holz“ seit einigen Jahren auseinander und hat dazu bereits Aktionen und öffentliche Veranstaltungen durchgeführt.

Allerdings wünscht Röcher sich, dass die Bürger einbezogen würden, bevor „das Geschäft mit der Windenergie“ an einen großen Projektierer ohne Bezug zur Region vergeben werde. Man solle herausfinden, schlägt Karlheinz Röcher vor, „welche lokalen und regionalen Kräfte so etwas mit den Bürgern und gegebenenfalls den regionalen Geldinstituten gemeinsam stemmen und damit eine möglichst hohe Akzeptanz bei den Bürgern vor Ort erreichen können“. Als Beispiele nennt er Bürger-Windpark und Bürger-Windräder.

Der Aktionskreis plant zum Thema eine öffentliche Veranstaltung am 20. März in der Mensa der Hellweg-Hauptschule in Rünthe. - mar

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