Verkehrsstatistik der Polizei

Erschreckende Zahlen: Acht Verkehrstote im Kreis Unna

Acht Verkehrstote gab es im Kreis Unna - fünf mehr als im vergangenen Jahr. Symbolbild.
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Acht Verkehrstote gab es im Kreis Unna - fünf mehr als im vergangenen Jahr. Symbolbild.

Die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle im Kreis Unna hat sich fast verdreifacht: Insgesamt acht Menschen starben im vergangenen Jahr auf den Kreisstraßen. Das jüngste Opfer kommt aus Bönen, in der Gemeinde endete der Unfall einer 23-Jährigen auf der Pelkumer Straße tödlich.

Bönen/Bergkamen/Werne/Kreis Unna – Alle 61 Minuten nahm die Kreispolizei 2019 einen Verkehrsunfall auf. Alle 4,5 Stunden ereignete sich eine Unfallflucht. Alle 8,4 Stunden wurde ein Mensch verletzt. Alle 42 Stunden verunglückte ein Radfahrer. 

Alle 56 Stunden kam ein junger Fahrer und alle 53 Stunden ein Senior zu Schaden. Jede Woche verunglückten 1,7 Kinder. Alle 1,5 Monate wurde ein Mensch getötet.

Zahl der tödlich verunglückten Menschen fast verdreifacht

Die Anzahl der tödlich verunglückten Menschen im Kreis hat sich fast verdreifacht: Acht Menschen wurden im vergangenen Jahr auf den Straßen des Kreisgebiets bei Verkehrsunfällen getötet. Fünf mehr als im Vorjahr. Und dass obwohl die Anzahl der Unfälle mit Verletzten insgesamt von 913 auf 851 sank, insgesamt gab es 30 Unfälle mehr im Kreisgebiet (2018: 8586/ 2019: 8616). 

„Die Zahl der Getöteten macht uns Sorgen“, machte Stephan Werning, der Leiter der Direktion Verkehr bei der Kreispolizei, klar. Auffällig sei die Anzahl an tödlich verunglückten Senioren, sagte Werning. 

Die Verkehrstoten wurden 86, 82, 86, 77, 76, 87, 45 und 23 Jahre alt. In drei der Unfälle starben die Menschen infolge eines Sturzes, sie waren körperlich nicht in der Lage sich abzufangen, sodass sich die Unfallfolgen verschlimmerten. Es handle sich bei den meisten der tödlichen Unfälle, um keine Vorfälle, die mit Kontrollen hätten verhindert werden können, sagte Werning. Er und Landrat Michael Makiolla machen deutlich: Das Ziel der Polizei für 2020 ist es, keine tödlichen Unfälle mehr auf den Straßen im Kreis Unna zuzulassen. 

Das waren die fünf tödlichen Unfälle in Bergkamen, Werne und Bönen:

Gegen einen Baum prallte am 11. Juli vergangenen Jahres eine junge Bönenerin auf der Pelkumer Straße. Sie starb infolge des Unfalls. Neben der 23-Jährigen fand die Polizei ihr Handy mit einer angefangenen Nachricht.

Auf der Jahnstraße in Bergkamen überquerte am 14. Februar eine 86-Jährige mit ihrem Rollator die Fahrbahn und wurde dabei von einem Autofahrer übersehen. Die Seniorin starb an dem Sturz. Sie hatte keine Möglichkeit sich abzustürzen, erklärt Polizeirat Stephan Werning, der Leiter der Direktion Verkehr im Kreis Unna. 

Zu einem weiteren tödlichen Unfall kam es wenige Wochen später: Am 26. Februar querte ein 82-jähriger Radfahrer die Lünener Straße, um links abzubiegen. Dabei sah er nicht das Auto, das in die gleiche Richtung fuhr. „Vielleicht hätte ein Helm die Verletzungen mindern können“, sagte Werning.

Am Kreisverkehr Nordlippestraße/Cappeller Straße in Werne wurde am 3. Dezember vergangenen Jahres ein 76-jähriger Fußgänger von einem Auto erfasst. Der Mann aus Werne starb. Sein Identität wurde erst nach Tagen geklärt.

Ebenfalls in Werne, an der Stockumer Straße, geriet ein 45-Jähriger links in den Gegenverkehr. Er stieß mit einem Lkw zusammen. Die Ursache ist bis heute nicht geklärt. Vielleicht war es auch hier Ablenkung, schätzt Werning. 

Das sind die häufigsten Unfallursachen im Kreis Unna:

Zu den häufigsten Unfallursachen zählen Fehler beim Abbiegen, der Vorfahrt oder beim Abstandhalten. Die häufigste Unfallursache ist jedoch nicht genauer zu erfassen: „Andere Fehler des Fahrzeugführers“. Dazu zählen Ablenkungen wie etwa das Smartphone, aber auch anderes. „Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Auto abzulenken“, sagte Werning. 

Gerade beim Smartphone sei dies nach dem Unfall nicht mehr einfach ermittelbar, da sich die Nutzung selten nachweisen lässt. „Kaum jemand gibt es zu“, sagte Werning. So sei man auf Zeugen oder andere Hinweise angewiesen. Um die Risikogruppe Senioren besser zu erreichen, setzt die Polizei auf Prävention, etwa soll die Zusammenarbeit mit den Seniorenberatern von der Aktion „Senioren helfen Senioren“ und ihrem Netzwerk zum Thema Verkehr verstärkt werden.

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