Zeichen der Digitalisierung

Vorbereitungen für E-Rezepte laufen - Apotheker in Bergkamen sehen Vorteile

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Apotheker Johannes Hermes von der Alten Apotheke in Rünthe begrüßt das E-Rezept.

Digitalisierung spielt in vielen Bereichen unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle und ist kaum noch wegzudenken. Auch die Rezepte vom Arzt sollen bald in elektronischer Form ausgestellt werden. Die elektronischen Rezepte, kurz E-Rezepte, landen dann zum Beispiel direkt auf dem Smartphone des Patienten.

Bergkamen – Derzeit laufen die Vorbereitungen für die bundesweite Einführung des E-Rezepts. Der Patient soll künftig von seinem Arzt einen digitalen Code bekommen, in dem die Rezeptdaten verschlüsselt sind – entweder in Papierform oder zum Abspeichern auf dem Smartphone.

„Alle Teilnehmenden in den Heilberufen bekommen Geräte, sogenannte Konnektoren, um diese Rezepte auslesen zu können. Die Daten werden beim Arzt verschlüsselt und werden dann über die Freigabe des Patienten – wenn er sein Rezept einlöst – entschlüsselt“, erklärt Apotheker Johannes Hermes von der Alten Apotheke in Rünthe, in der das E-Rezept begrüßt wird. In 13 anderen europäischen Ländern gehört das elektronische Rezept bereits zum Alltag. Auch in Deutschland sollen Patienten künftig davon profitieren.

Vorteile für Patienten

„Ein Vorteil ist, dass der Patient sein Medikament vorbestellen kann und die Apotheker sofort lesen, was die Person bekommt und schauen können, ob es im Lager vorrätig ist.“ Der Patient könne von Zuhause oder von der Arztpraxis aus vorbestellen. „Er kann aber selbstverständlich auch eine Apotheke aufsuchen und das Rezept dort einlösen“, sagt Hermes.

Dank des E-Rezepts lassen sich Wege sparen, denn ein Rezept muss nicht mehr persönlich in der Apotheke abgegeben werden. Das ist vor allem für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen sehr praktisch.

Apotheker Frank Klesz von der Sonnen-Apotheke nennt einen weiteren Vorteil des E-Rezepts: Die Apotheke erhalte einen Überblick, welche Medikamente der Patient einnimmt. „Das gibt uns die Chance, bei mehreren gleichzeitig eingenommenen Arzneien Wechselwirkungen zu beobachten und im Zweifel eingreifen zu können.“

Oft erhielten Patienten von mehreren Ärzten unterschiedliche Präparate, ohne dass es dem verschreibenden Arzt bekannt sei, welche Medikamente der Patient noch nehme. „Mit dem E-Rezept wird die lokale Apotheke zur Service-Schnittstelle für die Gesundheit. Der Patient profitiert von dieser Beratungsleistung und die Abläufe, bis die Medizin beim Kunden ist, beschleunigen sich erheblich“, so Klesz.

Hermes: Patient soll "Herrscher seiner Daten" bleiben

Auf ein Thema wirft Johannes Hermes jedoch einen kritischen Blick, wenn es um die E-Rezepte geht. „Wir fordern ganz klar, dass der Patient uneingeschränkt Herrscher seiner Daten bleibt“, betont er. Für Hermes sei es wichtig, dass der Datenschutz beachtet wird. „Es gibt strenge Auflagen, die müssen auch eingehalten werden.“

Patienten sollen das Rezept bei der Apotheke ihrer Wahl einlösen können. Und schon jetzt ist klar, dass sie sich entscheiden können, ob sie ein Papierrezept oder ein Rezept in der elektronischen Variante wünschen. „Das E-Rezept soll das klassische Rezept auf Papier nicht vollständig ablösen“, heißt es auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit.

Weiter schreibt das Ministerium, dass bis zum 30. Juni die technischen Festlegungen getroffen werden, dass das E-Rezept sicher übermittelt werden kann. Bis es dann soweit ist, dass es Rezepte auch in elektronischer Form gibt, wird es wohl noch eine Weile dauern. „Ich denke, binnen der nächsten ein/zwei Jahre kommt das. Das ist einfach der Zug der Zeit“, so Hermes.

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