Bergkamen richtet Parkverbot in Oberaden ein

In drei Straßen müssen Autos weichen, damit die Kehrmaschine mal richtig durchkommt

Mit der Drahtbürste voran bearbeitet der Mann auf der Kehrmaschine den Bewuchs am Straßenrand, der sich im Schutz parkender Pkw prächtig entwickelt hat.
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Mit der Drahtbürste voran bearbeitet der Mann auf der Kehrmaschine den Bewuchs am Straßenrand, der sich im Schutz parkender Pkw prächtig entwickelt hat.

Erst musste das Ordnungsamt ran, dann der Bauhof. Anders ist dem Straßenkehricht in einem Vivawest-Quartier in Oberaden nicht beizukommen.

Bergkamen – „Donnerstag ist Schrubbeltag“, sagt Stephan Polplatz. So ist schon mal erklärt, warum seine Mannen just an diesem Tag zu einer Straßenreinigung ausgerückt sind, die generalstabsmäßig geradezu als Großangriff auf gleich drei Straßen angelegt und unübersehbar proklamiert wurde. Etliche Schilder für absolutes Halteverbot säumen mit einer Zusatztafel die Borde der Danziger, Potsdamer und Leipziger Straße. Von 10 bis 13 Uhr darf da kein Auto im Weg stehen.

Spezielle Schrubbelbürste am Gerät

Nur so kommt der Mann auf der Kleinkehrmaschine mit der Schrubbelbürste auch in die Gosse und an die Gehwegkante. Immer donnerstags ist das Gerät mit diesem Zusatzteil bestückt, von dessen niedlichem Namen man sich nicht täuschen lassen sollte – eher vor den Drahtzöpfen daran in Acht nehmen. Die ziehen nämlich auch hartnäckigen Bewuchs büschelweise aus den Fugen.

Straßenrand ist meist zugeparkt

Und da gibt es durchaus einiges zu tun in diesem Karree der Wohnblöcke der Vivawest. Eben weil hier meist Stoßstange an Stoßstange Autos stehen und der Straßenrand für die Kehrmaschine unerreichbar ist. Der feucht-warme Sommer hat das Seinige dazu getan, dass der unerwünschte grüne Saum in der Rinne wie im Gehweg gleich ins Auge fällt.

10 bis 13 Uhr absolutes Halteverbot

Deshalb hat die Wohnungsgesellschaft eingefordert, dass hier mal klar Schiff gemacht wird, wie Bauhofleiter Polplatz berichtet. Um dem nachzukommen, musste sich der Straßentrupp mit Hilfe des Ordnungsamtes freie Bahn verschaffen: absolutes Halteverbot von 10 bis 13 Uhr eben.

Sechs Knöllchen zu je 25 Euro

So steht es auf den Schildern, die nicht an jeder Stelle Beachtung finden. Ein Kontrolleur der Ordnungsbehörde schreibt Knöllchen an diesem Morgen. Sechs an der Zahl, zu je 25 Euro (Parken mit Behinderung). Abschleppen, wie im Vorfeld spekuliert wurde, lässt die Stadt hier aber nicht. Mag sein, dass der eine oder andere Halter verreist und unwissentlich zum Falschparker geworden ist. Aber keines der Autos ist ein großes Problem.

Anliegerin: Wo sollen wir parken?

Natascha, Nachname egal, schimpft trotzdem: Um 10.10 Uhr ist sie da, um ihr Auto wegzubringen. Da hängt das Ticket aber schon unterm Wischer. Übertrieben genau findet sie das. Und: „Ich bin heute Nacht um halb eins nach Hause gekommen. Da ist es stockfinster, wie weit soll ich als junge Frau da laufen? Denn die haben ja gleich drei Straßen gesperrt, warum nicht eine nach der anderen, damit wir Platz haben?“

„Weil für das Schilderaufstellen auch der Gebührenzahler aufkommen muss, das ist nicht mal eben gemacht“, antwortet Stephan Polplatz später der Redaktion. „Außerdem können wir so Meter machen.“ Gut möglich, dass künftig öfter so verfahren wird. Immer da, wo anders kein Durchkommen ist.

Vier Kolonnen parallel im Einsatz

Vier Kolonnen waren hier nun unterwegs: Kleine Kehrmaschine und die große Schwester, der Mann der die Sinkkästen der Gullys leert und zwei vom Reinigungstrupp. Die haben auch gleich die Löcher gestopft, die unterm Grün zu Tage traten.

Es bleibt noch etwas zu tun

Und das in einer Kulisse um die Wohnblocks wohlgemerkt, die von Sperrmüllhaufen, Mülltüten und zerdepperten Glasflaschen geziert ist. Und falls sich wer fragt, warum es auf dem Gehweg noch immer grünt: Das ist Sache der Vivawest und eine Aufforderung zur Pflege samt Fristsetzung von Amts wegen schon ergangen.

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