Sichtlich nervöse Zeugin

Vergewaltigung: Erstes Opfer sagt aus

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Ein mutmaßliches Opfer des Mannes hat als Zeugin vor dem Dortmunder Landgericht ausgesagt.

Bergkamen/Dortmund – Mit der Aussage eines mutmaßlichen Opfers wurde vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen mutmaßlichen zweifachen Vergewaltiger fortgesetzt.

Der einschlägig vorbestrafte Mann soll innerhalb weniger Tage im August vergangenen Jahres in Kamen eine 16-Jährige sowie in Bergkamen eine heute 21-jährige Frau vergewaltigt haben. Da der 25-Jährige zu Prozessbeginn erklärte, dass er derzeit keinerlei Angaben zu seiner Person sowie den Anklagevorwürfen mache, muss das Gericht zur Aufklärung der Vorwürfe die beiden mutmaßlichen Opfer vernehmen. Am gestrigen Verhandlungstag nahm die 21-jährige im Zeugenstand Platz, sichtlich nervös und ohne den Angeklagten eines Blickes zu würdigen. Dieser plauderte vor Prozessbeginn lächelnd mit seinem Verteidiger, verfolgte dann ohne sichtbare Regung die Schilderungen der jungen Frau.

Konzentriert und mit leiser Stimme beschrieb die Zeugin eine jahrelange Bekanntschaft mit dem Angeklagten, man habe sich zu zweit oder im Freundeskreis gelegentlich getroffen, zusammen etwas unternommen und auch Joints geraucht. „Eine sexuelle Beziehung hatte ich mit ihm nie“, beschrieb die junge Frau den Prozessbeteiligten ihre Art der Freundschaft mit dem Bergkamener.

Von seinem Gefängnisaufenthalt wegen einer Vergewaltigung habe sie aus dem Freundeskreis erfahren, habe das aber nicht geglaubt: „Er kam nicht so rüber“, erinnerte sich die Zeugin. In der mutmaßlichen Tatnacht Anfang August soll sich der Angeklagte aber unverhofft von einer gewalttätigen Seite gezeigt haben: „Drei Minuten zuvor war noch alles in Ordnung. Dann schubste er mich unvermittelt zu Boden und hielt eine Rasierklinge in der Hand.“

Nach den Schilderungen der Frau kam es dann zum ungeschützten Geschlechtsverkehr mit der weinenden und völlig verängstigen Frau. Noch Minuten zuvor hatten beide auf einer Decke auf einem Grünstreifen an der Erlentiefenstraße in Rünthe gesessen und gemeinsam einen Joint geraucht. „Wenn Du nicht ruhig bist, breche ich Dir den Kiefer“, soll der plötzlich so veränderte Bekannte gedroht haben.

Nach dem von der Zeugin beschriebenen sexuellen Übergriff soll der Mann die junge Frau noch ein Stück auf dem Heimweg begleitet und sie dann zurück gelassen haben. Noch in der Tatnacht erstattete sie Strafanzeige bei der Polizei.

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