Sabotage in Bergkamen

Vandalismus gegen Krötenzaun: Unbekannte bringen Tiere in Gefahr

Thorsten Bramey klärt auf, warum der Krötenzaun an der Erich-Ollenhauer-Straße wichtig ist.
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Sabotage in Bergkamen: Unbekannte haben den Krötenschutzzaun an der Erich-Ollenhauer-Straße demontiert - das bringt die Tiere auf ihren Wanderungen in große Gefahr.

Es könnte zahlreichen Tieren zum Verhängnis werden und doch gibt es Menschen, die das anscheinend nicht begreifen. Bereits zwei Mal ist der Krötenschutzzaun, der am Schwanenweiher an der Erich-Ollenhauer-Straße platziert wurde, demontiert worden. Völlig ohne Grund. Dabei soll der Zaun Kröten vor den vorbeifahrenden Autos schützen.

„Die haben die Pinne rausgenommen und Richtung Gebüsch geschmissen“, berichtet Thorsten Bramey, vom Naturschutzbund (Nabu). Ende Januar wurde der erste Zaun gegenüber vom Schwanenweiher angebracht, um die Richtung Laichgewässer wandernden Tiere abzufangen. Vor ungefähr drei Wochen ist dann der sogenannte Rückwanderzaun am See aufgestellt worden, um die Amphibien nach der Laichtätigkeit erneut abzufangen und sicher zurück auf die andere Seite zu bringen. „Einige verbleiben noch ein bisschen am Gewässer und warten auf günstiges Wetter, um zurück zum Heimatrevier zu wandern“, erklärt Bramey.

Sabotage am Krötenzaun: Einen Täter auf frischer Tat ertappt

Bei der Sabotage am Zaun konnte eine seiner Kolleginnen eine Person auf frischer Tat ertappen. Sie rief die Polizei, eine Strafanzeige folgte. Doch damit nicht genug. Auch die Eimer, in die die Kröten fallen und dann von den Naturschützern auf die andere Straßenseite verfrachtet werden, mussten dran glauben. Unbekannte haben schon zwei Mal die Eimer in den See geworfen, wie Bramey berichtet. „Wir haben die Eimer dann irgendwann entfernt und nur noch die Löcher belassen, weil es natürlich auch stört, wenn wir am Schwanenweiher unsere Eimer wieder rausholen.“

Beim Einsammeln der Eimer sei den Tierschützern zudem aufgefallen, dass größere Mengen Müll, darunter Hausmüll, am Weiher entsorgt wurden. „Wir haben den Müll säckeweise eingesammelt“, erinnert sich Bramey. Unnötig aber auch die Aktion der unbekannten Täter, die zwei Schilder am Weiher demontierten. Eines davon ein Hinweisschild mit dem Aufdruck „Achtung Krötenwanderung“ und ein anderes mit Geschwindigkeitsbegrenzung 30, das von 18 bis 24 Uhr gilt und von der Stadt zum Schutz der Tiere aufgestellt wurde.

Krötenwanderung gefährdet: Vandalierer bringen Tiere extra in Gefahr

Das Schild mit der Krötenwanderung-Aufschrift war montiert wie ein richtiges Verkehrsschild mit Schrauben und Muttern. Bramey: „Da hat jemand also extra Werkzeug mitgebracht. Das hätte man mit den Händen nicht einfach lösen können.“ Alle Taten passierten innerhalb der aktuellen Saison. „Genau genommen kann man fast sagen innerhalb der vergangenen Wochen seit der Kontaktsperre. Ob es was damit zu tun hat, weiß ich nicht“, so Bramey.

Warum Menschen durch ihre Taten die Tiere in Gefahr bringen, kann sich Bramey nicht erklären. „Vielleicht wollen sie damit andere Leute ärgern. Vielleicht ist es aber auch Langeweile. Im Großen und Ganzen ist es einfach Rücksichtslosigkeit“, macht Bramey seinem Ärger Luft.

Dass diejenigen, die die Schilder und den Zaun demontiert sowie die Eimer entfernt haben, die Tiere in Gefahr bringen könnten, ist ihnen anscheinend egal oder aber nicht bewusst. Zum Glück, wie Bramey sagt, sei aber keine Kröte überfahren worden. „In den vergangenen zwei Wochen ist es nachts relativ eisig gewesen, die Kröten sind deshalb nicht gewandert. Die Sabotageakte sind also alle in der Trockenperiode passiert.“

Zeugen gesucht: Wer hat etwas gesehen?

Wer sachdienliche Hinweise geben kann oder wem etwas auffällt, kann sich an Thorsten Bramey unter Telefon 02307 87802 oder E-Mail thorsten.bramey@t-online.de wenden

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