Trockenheit ließ LEG-Bau bröckeln, Sanierung ab September

+
Risse spachteln genügt am Gebäudeteil links nicht mehr. Es hat sich durch Trockenheit so gesetzt, dass aufwendig saniert werden muss. Dass große Bäume ringsum Wasser ziehen, verschärft das Problem. Sie werden gefällt.

Drei Dinge braucht der Mensch, wenn er in die Sommerfrische 2020 zieht: Schirm, Hut, Kapuze. Schaurig strahlt die Sonne vom Himmel – und doch ist es viel zu trocken. So paradox es erscheinen mag: Unter unseren Sohlen fehlt so viel Wasser, dass sogar Grundmauern brechen. So wie an dem im März geräumten Gebäude Ernst-Reuter-Straße 1.

Bergkamen – Dass die LEG ihre Mieter dort flugs aus dem Haus holen musste, weil die Risse bedrohliche Ausmaße angenommen hatten, ist diesmal nicht dem Bergbau anzulasten – was in Bergkamen allgemeine Vermutung ist. Das hat die Baugrund-Untersuchung der Immobilientochter der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) an den Tag gebracht. Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben den tonhaltigen Boden schrumpfen und die Fundamente absacken lassen.

Dasselbe Phänomen zeigt sich auch an der Adresse Hubert-Biernat-Straße 8, quasi gleich um die Ecke, wie LEG-Sprecher Mischa Lenz mitteilte. Dem Gebäude dort bescheinigten die Statiker aber ausreichende Standfestigkeit. Die Bewohner könnten in ihren vier Wänden bleiben.

Die Mieter des Gebäudes an der Reuter-Straße hatte das Unternehmen zunächst in Hotels untergebracht, sofern sie nicht bei der Familie unterkamen, und sie dann beim Umzug in eine Ersatzwohnung unterstützt. Da nun an der alten Adresse die Ursache der Schäden ermittelt ist, soll voraussichtlich im September die Sanierung beginnen, das Haus zwei Monate später wieder bewohnbar sein.

„Den Mietern steht es frei, dorthin zurückzukehren, sie müssen aber nicht“, sagte Lenz. Dem einen oder anderen stehe möglicherweise nicht der Sinn danach, die Siebensachen nach wenigen Monaten wieder ein- und auszupacken. Der finanzielle Schaden sei noch offen.

Die Stadt Bergkamen war in das Geschehen nicht involviert, wie Baudezernent Dr-Hans-Joachim Peters berichtet. Eine von ihm veranlasste Prüfung habe gezeigt, dass sich an städtischen Immobilien der Effekt nicht zeige.

Beim Nachbarn Werne ist der schrumpfende Tonkern übrigens Ursache der millionenschweren Sanierung des Bahndamms mit monatelangem Stillstand.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare