Großeinsatz in Bergkamen

SEK stürmt Wohnung in Mehrfamilienhaus - bundesweit gesuchter Täter verhaftet

Ein SEK der Polizei stürmte eine Wohnung in Bergkamen (Symbolbild).
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Ein SEK der Polizei stürmte eine Wohnung in Bergkamen (Symbolbild).

Großeinsatz in Bergkamen: Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei stürmte am Mittwochabend (15. September) eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Verhaftet wurde ein 34-Jähriger aus dem Kosovo, nach dem bundesweit wegen erpresserischen Menschenraubs gefahndet wurde.

Bergkamen - Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei stürmte am Mittwochabend eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Gedächtnisstraße in Bergkamen. Dort hielt sich ein Mann auf, der mit Haftbefehl wegen erpresserischen Menschenraubs und Raubs gesucht wurde. Da der 34-Jährige möglicherweise bewaffnet war und unklar war, ob er sich alleine in der Wohnung aufhielt, war das SEK gerufen worden wegen einer möglichen Gefährdungslage. „Die Anwohner waren aber zu keiner Zeit gefährdet“, so Polizeisprecher Christian Stein von der Kreispolizei Unna.

StadtBergkamen
KreisUnna
Fläche44,8 km²

SEK-Einsatz gut vorbereitet - erst dann erfolgte Zugriff

Der Einsatz begann bereits gegen 19 Uhr, nachdem die Polizei am späten Nachmittag Hinweise erhalten hatte, dass der Gesuchte, der aus dem Kosovo stammt, sich in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses aufhielt. Der Einsatz endete gegen ein Uhr nachts. „Das ist nicht wie im Film, wo das SEK sofort die Wohnung stürmt“, verriet Christian Stein. „Zunächst musste das Objekt und die Umgebung gecheckt werden und Taktik festgelegt werden, wie in die Einsatzkräfte vorgehen, um niemanden zu gefährden.“ Dann ging alles ganz schnell. Schließlich kam es zum Zugriff, und der deutschlandweit gesuchte Flüchtige wurde festgenommen. Wie sich herausstellte, war er nicht bewaffnet.

Täter hatte Auslieferungsfahrzeug überfallen und Fahrer entführt

Der Festgenommene stammt nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft Bochum aus dem Kosovo und hatte 2008 mit vier Mittätern einen Paketboten überfallen, ihn gewaltsam auf die Ladefläche seines Fahrzeugs gezwungen und ihn in seinem Fahrzeug entführt, um die geladenen Pakete zu rauben.

Zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt und dann abgeschoben

Während die Mittäter kurz danach verhaftet und verurteilt wurden, konnte der 34-Jährige untertauchen. „Erst vier Jahre später wurde er gefasst und in einem Gerichtsverfahren zu drei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt“, so Oberstaatsanwalt Paul Jansen, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum gegenüber dem WA. „Während der Haft wurde er dann in den Kosovo abgeschoben unter der Auflage, nicht nach Deutschland zurückzukehren, sonst muss er die verbleibende Reststrafe von 980 Tagen in einer deutschen Haftanstalt absitzen.“

Täter kehrt zurück, obwohl ihm Haftstrafe droht

Offenbar schreckte das den Verurteilten nicht ab und er kehrte zurück nach Deutschland, obwohl die Verjährung der Straftat erst im August 2023 eingetreten wäre. Die Rückkehr nach Deutschland löste eine nationale Fahndung aus, die jetzt in Bergkamen endete. Als die Polizei Informationen über seinen Aufenthalt in Bergkamen erhielt, setzte sie das SEK ein, um den Mann festzusetzen.

„Er ist jetzt der Justizvollzugsanstalt überstellt worden und muss die verbleibenden 980 Tage in Haft verbleiben. Das Urteil ist weiterhin rechtskräftig“, so Jansen.

In Hagen gab es am Mittwoch einen Großeinsatz der Polizei vor der Synagoge. Hintergrund: ein möglicher Anschlag.

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