Revision im Koppelteich-Fall eingelegt

Verurteilter Vergewaltiger aus Bergkamen ficht Schuldspruch beim BGH an

Justitias Urteil ist erneut gefragt.
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Justitias Urteil ist erneut gefragt.

Für das Landgericht bestand kein Zweifel, dass ein Bergkamener (26) eine 16-Jährige am Koppelteich in Kamen vergewaltigt hat. Der Verurteilte bestreitet das weiter und hofft auf eine Wende beim Bundesgerichtshof.

Dortmund/Bergkamen/Kamen – Der Fall des vorbestraften Sexualtäters, der nach einer weiteren Vergewaltigung am Koppelteich in Kamen zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt wurde, beschäftigt demnächst den Bundesgerichtshof. Der 26-jährige Angeklagte hat fristgerecht Revision eingelegt.

Ursprünglich Tatvorwurf in zwei Fällen

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten sogar zwei Vergewaltigungen vorgeworfen. Während die Richter jedoch das Opfer vom Koppelteich als glaubwürdig einstuften, nahmen sie der zweiten Frau aus Bergkamen die Vorwürfe nicht ab. „Sie hat gelogen“, hieß es sogar klipp und klar in der Urteilsbegründung. Der 26-Jährige hatte dagegen auch im ersten Fall auf einen Freispruch gehofft. Im Prozess vor dem Dortmunder Landgericht hatte er sexuelle Kontakte mit der 16 Jahre alten Jugendlichen zugegeben. Diese seien jedoch von beiden gewollt gewesen, behauptete der Mann.

Opfer schildert als Zeugin Drohungen

Die Zeugin hatte allerdings nicht nur davon gesprochen, dass sie mehrmals geäußert habe, der Angeklagte solle bitte aufhören. Darüber hinaus erinnert sie sich auch noch an Todesdrohungen und zynische Bemerkungen. „Jetzt habe ich dich da, wo ich dich haben wollte“, soll der 26-Jährige gesagt haben, als er mit der Jugendlichen am Teich angekommen war. Als wenig später ein Passant vorbeikam, soll er der Zeugin gedroht haben: „Wenn du etwas sagst, schneide ich dir die Kehle durch.“

BGH überprüft Urteil nach Aktenlage

Die Strafe von fast sieben Jahren Haft begründeten die Richter vor allem mit den einschlägigen Vorstrafen des jungen Mannes. Schon einmal hat er wegen Vergewaltigung im Gefängnis gesessen. Von der Anordnung der Sicherungsverwahrung sahen die Richter trotzdem noch ab. Der Angeklagte und sein Verteidiger Marco Ostmeyer warten nun auf die schriftliche Urteilsbegründung und haben anschließend einen Monat Zeit, zu begründen, warum sie das Dortmunder Urteil für fehlerhaft halten. Anschließend werden alle Akten zum BGH nach Karlsruhe geschickt, wo sich der 4. Strafsenat mit dem Fall befassen wird. Eine neue Verhandlung gibt es dort nicht. Das Urteil wird lediglich am Schreibtisch überprüft. Mit einer Entscheidung des BGH ist frühestens im Sommer 2021 zu rechnen. So lange bleibt der Angeklagte weiter in Untersuchungshaft.

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