Osterfelder Bahn auch im Rathaus nicht erste Wahl

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Zweigleisige Güterstrecke im Schatten der Industrie: Die Osterfelder Bahn ist nicht erste Wahl für einen Bahnhof Bergkamen.

Dass der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) von einer Reaktivierung der Güterstrecke Hamm-Osterfelder Bahn für den Personenverkehr mit einem Bahnhof Bergkamen nichts hält, verwundert die Planer im Rathaus nicht. „Wer will schon nach Buer?“, gab Dezernent Dr. Hans-Joachim Peters augenzwinkernd zu verstehen, dass die Ratshausspitze durchaus im Blick habe, dass der Zug auf dieser Strecke nicht die gewünschten Ziele einer Bahnanbindung erreichen würde.

Bergkamen – So sind keine Krokodilstränen geflossen, als Ende vergangener Woche die Studie des VDV mit der „Allianz Pro Schiene“ auf den Tisch kam. Wie berichtet, bewertet das Papier einen Bahnanschluss via Osterfelder Bahn wegen des Konflikts mit dem Güterverkehr negativ. Die zweigleisige Strecke führt zu Industrieschwerpunkten im Pott, nicht aber zu den umliegenden Personenbahnhöfen, die für Pendler nützlich wären.

Deswegen halte sich auch die Euphorie über die in Rede stehende, befristete Haltestelle „Wasserstadt Aden“ zur Internationalen Gartenausstellung 2027 an dieser Stelle in Grenzen. Die vom VDV als Prüffall empfohlene Reaktivierung der Grubenbahntrasse nach Kamen findet Peters schon vielversprechender: „Das würde in Kamen den Anschluss an die schon vorhandene Stadtbahn schaffen.“ Hier wäre genauer zu betrachten, was eine Schienenverbindung als Alternative zum Schnellbus 30 zum Dortmunder Hauptbahnhof und den Bussen zum Bahnhof Kamen an Zeitgewinn für die Fahrgäste verspreche.

Auch dies ist ein Thema für die Machbarkeitsstudie, über die Bergkamen mit dem Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe (NWL) in Gesprächen steht. Das Papier soll Basis für den Wiederanschluss des Mittelzentrums an den Personenverkehr auf der Schiene sein und wird mehrere Varianten betrachten – die, auch vom NWL nicht hoch bewertete Osterfelder Strecke, und besagte Zechenbahn eingeschlossen.

Anders als am Samstag irrtümlich berichtet, ist es bei Angelegenheiten des Schienennahverkehrs Sache des Kreises, sich mit dem NWL über die Finanzierung der Studie zu verständigen. Die Stadt müsse nicht direkt zahlen, erläuterte Peters.

Der Dezernent plant, sich nach der Kommunalwahl mit den künftigen Vorsitzenden der Fachausschüsse über das weitere Vorgehen mit dem neuen Landrat abzustimmen. Damit bliebe Zeit genug, dass Papier rechtzeitig vorzulegen. Es soll überzeugen, wenn beim Land in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres die Weichen für die Finanzierung von Schienennahverkehren der kommenden Jahre gestellt werden.

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