Kreisweite Umstellung auf Westfalen-Tarif

Neues Schüler-Ticket verspricht Bergkamens Nachwuchs nach den Ferien mehr Mobilität

Zur Schule und zurück geht es mit dem Schüler-Monatsticket sowieso. Das Flash-Ticket erlaubt eine begrenzte Nutzung in der Freizeit. Mit dem Schülerticket Westfalen-Tarif steigt die Reichweite enorm.
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Zur Schule und zurück geht es mit dem Schüler-Monatsticket sowieso. Das Flash-Ticket erlaubt eine begrenzte Nutzung in der Freizeit. Mit dem Schülerticket Westfalen-Tarif steigt die Reichweite enorm.

Das „Schüler-Ticket Westfalen-Tarif“ soll das „Flash“-Ticket ablösen. Damit geht’s fürs gleiche Geld viel weiter ins Land.

Bergkamen – Mit „Flash“ sind Bergkamens Schülerinnen und Schüler gut gefahren. Und vom Namen her kann das „SchüTi WT“ der Karte das Wasser nicht reichen. Aber das eher klanglose „Schüler-Ticket Westfalen Tarif“ übertrifft den „Blitz“ um Längen, was die Mobilität angeht. Davon soll Bergkamens Nachwuchs profitieren, wie die Schülerschaft im Kreis Unna insgesamt, wenn es nach den Ferien neue Schülerfahrkarten gibt

Erste Beratung im Schulausschuss

Der Schulausschuss ist am kommenden Dienstag, 8. Juni, in der Sitzung ab 17 Uhr in der Sporthalle am Römerberg aufgerufen, den Systemwechsel in der Schülerbeförderung zu beschließen, wie es die Konferenz der Schuldezernenten auf Kreisebene im Januar für alle zehn Städte und Gemeinden im VKU-Stammland verabredet hat.

Finanziell dürfte das nicht schwerfallen. Denn am städtischen Anteil für das Schülerticket ändert sich nichts. Von den gut 4500 Schülern insgesamt haben aktuell 682 an einer weiterführenden Schule eine Busfahrkarte, 118 sind es an den Grundschulen. Von den 900 000 Euro Schülerbeförderungskosten (inklusive Fahrten zum Gottesdienstbesuch oder Schwimmunterricht) stehen nach Auskunft von Amtsleiter Andreas Kray mehr als 500 000 Euro für das „Flash“-Ticket zu Buche,

Finanzierung quasi unverändert

Für dasselbe Geld aus kommunaler Kasse erhalten die jungen Leute mit dem „SchüTi WT“ mehr Bewegungsfreiheit. Im gesamten Westfalen-Tarif-Gebiet können sie ohne bisherige Festlegung auf eine Verbindung an jedem Tag mit Bus und Bahn unterwegs ein. Wer so weit entfernt von der Schule wohnt, dass er Anspruch auf eine Fahrkarte hat, zahlt statt der 11,50 Euro Eigenanteil künftig 12 Euro. Und: Wer keinen Anspruch aufs Schülerticket hat, aber mobil sein möchte, kann für 33 Euro im Monat im Verbund fahren wie es beliebt. Nach bisheriger Tarifstruktur sind dafür, je nach Reichweite, entweder 42,70 oder 69,10 Euro im Abo zu bezahlen.

Für Grundschüler andere Regel geplant

Bei Grundschülern geht die neue Freiheit nicht ganz so weit. Hier schlägt die Verwaltung vor, es beim bei der Monatsfahrkarte für die Linien zwischen Elterhaus und Schule an Schultagen zu belassen. Sofern in dieser Altersklasse bei Schülern ohne Beförderungsanspruch der eher untypische Bedarf an einer Fahrkarte bestehe, gebe es passende Abo-Angebote.

Die vormalige Stabsstelle Mobilität des Kreises hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass frühe positive Erfahrungen mit dem öffentlichen Personennahverkehr sich im langfristigen Nutzerverhalten bezahlt machen dürften. Bei sinkender Bevölkerungszahl sei ein Fahrgastrückgang von 13 Prozent (30- bis 60-Jährige) zu erwarten. Während Schüler und Studenten 26 bis 30 Prozent ihrer Wege in den Öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigten, nehme der Einstieg in Bus und Bahn später ab. Auch dem gilt es, in der Verkehrswende für mehr Klimaschutz zu begegnen.

Beim Kreis ist noch zu entscheiden, ob in der Konsequenz der Umstellung auch bei den Sozialtickets für Schüler eine Variante gewählt wird, die ohne erhebliche Mehrkosten aufseiten der sozial schwachen Familien mehr Mobilität schafft.

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