Nach Angriff auf Lehrer: 36-jähriger Bergkamener erhält lange Bewährungsstrafe

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Sollte der Bergkamener gegen Auflagen des Dortmunder Landgerichts verstoßen, muss er die verhängte Bewährungsstrafe im Gefängnis verbüßen.

Nach seiner Attacke auf einen Lehrer der Willy-Brandt-Gesamtschule und diverse weitere Angriffe auf Nachbarn, Polizisten und Passanten ist ein 36-Jähriger zu einer 21-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Bergkamen/Dortmund – Der Bergkamener mit serbischen Wurzeln darf sich in den kommenden drei Jahren nichts zuschulden kommen lassen und muss regelmäßig und verlässlich mit einem Bewährungshelfer zusammen arbeiten. Sollte er gegen diese Auflagen des Dortmunder Landgerichts verstoßen, muss er die verhängte Bewährungsstrafe dann doch im Gefängnis verbüßen. Das Urteil war der Endpunkt eines mehrwöchigen Verfahrens, das geprägt war durch die Zeugenaussagen diverser Opfer des mehrfachen Familienvaters.

Sie skizzierten übereinstimmend das Bild eines schnell aufbrausenden Mannes, der unvermittelt eine Vielzahl Beleidigungen und Bedrohungen ausgestoßen hat.

Noch heute sind über ein Dutzend weitere Polizeieinsätze und Strafanzeigen aktenkundig, die noch nicht endgültig abgeschlossen sind. Trauriger Höhepunkt seiner Schimpftiraden und Bedrohungen war der gewalttätige Angriff auf einen Lehrer der Willy-Brandt-Gesamtschule am 12. April 2018. Der Angeklagte, gekleidet in einen schwarzen Kapuzenpulli und mit dunkler Sonnenbrille, war schnell als Fremder auf dem Schulhof erkannt und angesprochen worden. Es kam zu einem immer heftigeren Wortwechsel mit einer Lehrerin und dem späteren Opfer, die den Eindringling vom Schulgelände verweisen wollten.

Täter zückte Würgeholz

Der zunehmend aufgebrachte und aggressive Mann beleidigte vor den Augen umherstehender Schüler die Lehrerin, stieß wüste Drohungen gegen alle aus und zückte ein in der Öffentlichkeit verbotenes Würgeholz. Hiermit schlug er in Richtung des Lehrers, der schützend eine Ledertasche über seinen Kopf hielt. Trotz des tumultartigen Geschehens konnte der Angreifer des Schulgeländes verwiesen werden, wurde Stunden später für einige Tage in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Zur Tatzeit stand der Bergkamener unter dem Einfluss von Cannabis und litt daher unter einer wahnhaften Störung, so das Gericht. Auch habe seine leicht kränkbare Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen zu dem enthemmten Verhalten beigetragen. Ihm wurde daher für diesen Übergriff und weitere angeklagte Taten verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt. Der damals körperlich leicht verletzte Lehrer hat seelisch bis heute unter dem erlebten Gewaltgeschehen zu leiden. Der langjährige erfahrene und angesehene Pädagoge war monatelang krankgeschrieben und ist mittlerweile in den Ruhestand versetzt worden.

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