Jugendamt entschied aufgrund massivster Gefährdung

Eltern ohne Kinder: Demonstration vor dem Rathaus in Bergkamen

Eine Mutter aus Bergkamen wurde von ihrem Kind getrennt. Der Grund war massivste Gefährdung des Kindeswohl. Nun gab es eine Demonstration.
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Eine Mutter aus Bergkamen wurde von ihrem Kind getrennt. Der Grund war massivste Gefährdung des Kindeswohl. Nun gab es eine Demonstration.

Kinder von ihren Eltern zu trennen ist ein schwerer Schritt, auch für die Behörden. Die Entscheidung wird bei starker Gefährdung der Kinder getroffen. Aufgelöst demonstriert eine kleine Gruppe vor dem Rathaus in Bergkamen. Sie sind Eltern - ohne Kinder.

Bergkamen - Vor dem Rathaus skandiert die kleine Gruppe: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Kinder klaut“. Die sogenannte Kinderschutzbewegung hat aufgrund eines aktuellen Falls in Bergkamen demonstriert. 

Es ist nur eine kleine Demonstration am Donnerstagnachmittag vor dem Bergkamener Rathaus. Drinnen trifft sich eine betroffene Mutter aus Bergkamen mit dem Bürgermeister Roland Schäfer und der Beigeordneten Christine Busch, der das Jugendamt untersteht. Als Berater konnte sie eine Person mitbringen: Johannes H. Schumacher, ein freier Journalist, der sich als Familienaktivist bezeichnet.

Die kleine Gruppe aus Mütter und Väter vor dem Rathaus ist dem selbst ernannten Familienaktivisten nach Bergkamen gefolgt. Sie tragen Transparente, weisen mit Flyern auf weitere geplante Demonstrationen in Nordrhein-Westfalen hin. Einige kommen aus Dortmund, Köln, Emsdetten. Nach eigenen Aussagen wurden sie von ihren Kindern getrennt. Manche hatten nach Aussagen der Demonstranten seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihren Söhnen und Töchtern. 

Demonstranten in Bergkamen werfen Behörden Kindesraub vor

Die Demonstranten sprechen von Kindsraub, begangen durch die staatlichen Behörden. In den Aussagen vermischen sich Anschuldigungen, Verschwörungstheorien und Argumente. Immer wieder werden Aussagen verdreht. Das macht die Situation für Außenstehende schwer einschätzbar.

Der Fall in Bergkamen, der Anlass für die Demonstration war, betrifft eben jene Mutter, die nun noch einmal mit dem Bürgermeister sprechen kann, und ihren Sohn. Im vergangenen Jahr hat das Jugendamt Bergkamen das Kind aus dem Haushalt genommen. Es befindet sich derzeit in staatlicher Obhut.

Elfjähriger aufgrund massivster Gefährdung aus Familie genommen

Der Grund für die Entscheidung des Jugendamts den Elfjährigen von seiner Mutter zu trennen, war eine massivster Gefährdung des Kindeswohl, sagt Bürgermeister Roland Schäfer. Er war bereit die Mutter noch einmal zu treffen, obwohl sie ihn bereits zweimal zum selbst gewählten Gesprächstermin versetzt habe. 

Dem Bürgermeister war es ein wichtiges Anliegen, der Frau klar zu machen, dass die Entscheidung, ob der Junge wieder zu ihr zurückgeht, nun beim Amtsgericht Kamen liegt. Seit mehreren Jahren sind Jugendamt und Mutter schon im Kontakt. Dem Kind gehe es mittlerweile wieder besser. 

Zwei Mütter aus Bergkamen bei der Demonstration

Schumacher hatte im Vorfeld einen Runden Tisch angekündigt und dass ein Raum für die weiteren Betroffenen reserviert sei. Laut Roland Schäfer stimmt dies so nicht. Ein Runder Tisch zu einem Fall sei auch allein schon aus Datenschutz-Gründen nicht möglich, sagt der Bürgermeister. "Es geht ja ums Kindeswohl", stellt der Bürgermeister klar. Man könne nur über die Einzelfälle reden.

Für die Eltern aus anderen Städten kann der Bürgermeister sowieso nichts tun. Laut Schäfer waren auch zwei Mütter aus Bergkamen zu der Demonstration gekommen. Ihnen habe man angeboten, Termine mit der Beigeordneten Christine Busch zu machen.

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