Stadt Bergkamen reagiert auf neue Corona-Regeln

Römerberghalle wird Impfstation für Lehrer - und ein weiterer Standort für Schnelltests gesucht

Die Römerberghalle hat sich als die größte der Stadt schon als Sitzungsort für Rat und Ausschüsse bewährt. Nun soll dort auch geimpft werden.
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Die Römerberghalle hat sich als die größte der Stadt schon als Sitzungsort für Rat und Ausschüsse bewährt. Nun soll dort auch geimpft werden.

Über Nacht hat das Rathaus eine neue Rolle im Kampf gegen die Pandemie erhalten: Die Stadt muss organisieren, dass Schulpersonal geimpft wird. Sie plant zudem ein Testcenter.

Bergkamen – Mit einem Impfzentrum in der Römerberghalle wird die Stadt Bergkamen ihren Beitrag dazu leisten, dass nach der neuen Priorisierung zunächst Lehrerkollegien und Mitarbeiter der sechs Grundschulen geimpften werden können. Das hat Bürgermeister Bernd Schäfer auf Anfrage mitgeteilt. Er hat zu Wochenbeginn zudem den Aufbau eines städtischen Testzentrums angeschoben.

Aufgabe traf die Verwaltung überraschend

„Wir sind gerade dabei, an den Schulen zu erfassen, wer geimpft werden möchte und wann er dafür verfügbar ist“, sagte Schäfer. Die Aufgabe hatte die Verwaltung zu Wochenbeginn überrascht, sind doch die Lehrkräfte als Gros der Schulbelegschaften Beamte und Angestellte des Landes. Bis zum heutigen Dienstag erwartet Schäfer aber einen genaueren Überblick über diese Aufgabe.

Gebäude für Schnellteststation gesucht

Noch am Anfang steht das Vorhaben, eine örtliche Anlaufstelle für Schnelltests zu schaffen. „Wir suchen eine geeignete Immobilie“, so der Bürgermeister. Auf Zelte, wie sie der Nachbar Werne vom THW hat aufstellen lassen, wolle er nicht zugreifen. Unter anderem mit den Apothekern stehe man im Gespräch über die Durchführung der Schnelltests und kompetentes Personal. Zudem werde geprüft, ob Ehrenamtler wie das DRK für die Aufgabe gewonnen werden können. Die Planung werde sicher die Woche in Anspruch nehmen.

Gesundheitsamt weitet Testerlaubnis aus

Derweil will das Gesundheitsamt des Kreises Unna gleichfalls zügig dafür sorgen, dass den Bürgern dezentral Schnelltests durch geschultes Personal zur Verfügung stehen. „Dazu liegt seit Sonntagnachmittag eine Verfügung des Landes vor, die wir jetzt umsetzen“, sagte Sprecher Max Rolke. Eine Reihe von Apotheken, Arztpraxen und Weiteren hatte schon das Okay für Tests bis zum 15. März. Die Frist werde aufgehoben. „Alle anderen, die tätig werden wollen, müssen sich beim Gesundheitsamt melden“, so Rolke. Nach unbürokratischem Check der NRW-Vorgaben dafür würden Anbieter beauftragt. Das gelte auch für die städtischen Angebote.

Neuer Ansturm auf Labore erwartet

Ziel sei es, die Tests in die Fläche zu bringen. Die Behörde bereite sich zudem darauf vor, dass der Schnelltest mehr Nachfrage nach laborbestätigten PCR-Tests auslösen werde. Sie sind nötig, um einen Befund aus dem Schnelltest samt der unmittelbaren Quarantäne zu bestätigen – oder einen falschen Verdacht auszuräumen. Schnelltests sind nicht exakt. Beobachten will der Kreis auch, ob die Selbsttests aus dem Handel solche Effekte nach sich ziehen. Nach dem Verkaufsstart am Samstag etwa bei Aldi habe sich das noch nicht gezeigt. Noch seien aber auch nicht viele Sets in Umlauf.

„Corona Pkw Schnelltest“ kommt nicht ins Rollen

Der „Corona Pkw Schnelltest“, den das „Deutsche Institut für alternative Therapie e.V.“ auf einem Geschäftsparkplatz im Kaufland-Karree in Rünthe per Handzettel angekündigt hatte, ist indes gar nicht gestartet. Die Bezirksregierung Arnsberg und das Kreisgesundheitsamt hatten sich zwecks Prüfung und Genehmigung eingeschaltet. Noch bevor dies ein Ergebnis zeitigte, verwarf der Anbieter die Idee und zog den dafür gedachten Wohnwagen wieder ab. Der Verein sei nun mit mobilen Tests beschäftigt. Von den Behörden sehe er sich hingehalten, da es keine Genehmigungspflicht gäbe, er werde rechtliche Schritte einleiten, so Geschäftsführer Dirk Piper.

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