Hundesportler mit erfolgreicher Premiere

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100 Teilnehmer gingen beim Agility-Turnier auf dem Vereinsgelände am Buchenweg an den Start. ▪

BERGKAMEN ▪ Enya dreht voll auf. Wie ein Blitz saust sie durch den dunklen Tunnel, überspringt die Hürden spielend und gleitet mit der Eleganz einer Gazelle durch den Slalom. Die Konkurrenz ist chancenlos. Die Mini-Aussie-Dame sichert sich den ersten Platz – und Extra-Streicheleinheiten.

Ihr Herrchen platzt vor Stolz. „Das war Enyas bester und schnellster Lauf“, lobt Reinhold Kurzok seine Spitzensportlerin auf vier Pfoten. Die preisgekrönte Hündin war am Wochenende nicht die Einzige, die mit fliegenden Öhrchen ein Hindernis nach dem nächsten nahm. Der HSV Bergkamen 1919 veranstaltete sein erstes Agility-Turnier auf dem Vereinsgelände am Buchenweg. In drei Schwierigkeitsklassen gingen die 100 Teilnehmer – vom quirligen West Highland White Terrier bis hin zum ausgewachsenen Border Collie – an den Start. Auch zwischen den Größen der Vierbeiner wurde unterschieden.

Seine Wurzeln hat die Hundesportart Agility (deutsch: Flinkheit, Geschmeidigkeit) in England, doch auch hierzulande ist die Euphorie nicht zu bremsen. „Inzwischen werden Deutsche-, Europa- und sogar Weltmeisterschaften ausgetragen“, berichtet Bernd Rothenpieler. Während die deutschen Schwimmer in London einen traurigen Rekord aufgestellt haben, hat der erste Vorsitzende des HSV Bergkamen bereits neue Hoffnungsträger im Blick: „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Agility olympische Disziplin wird“, meint er überzeugt.

Dass sich die Vereinsmitglieder im vergangenen Jahr für die Ausrichtung des zweitägigen Wettkampfes ausgesprochen haben, ist nur konsequent. Früher standen die Zeichen auf Vielseitigkeitssport. „Mittlerweile jedoch beschreiten wir neue Wege“, sagt Bernd Rothenpieler. Vor vier Jahren zunächst mit Obedience, nun auch mit Agility. Das Votum für das Turnier fällten die heimischen Hundesportler nach reiflicher Überlegung. „Schließlich ist die Organisation eine logistische, aber auch finanzielle Herausforderung“, betont der Vorsitzende. Die Geräte für den Parcours – Wippe, A-Wand, Steg und Co. – mussten erst angeschafft werden. Für den 32 Mitglieder starken Verein kein Pappenstiel. Dankbar sind sie für die Unterstützung von außen: „Viele befreundete Vereine haben uns ihre Hilfe angeboten“, freut sich Rothenpieler. Die Richtwerte, die jetzt ermittelt werden, sollen die Basis für künftige Agility-Turniere bilden. Die Nachfrage jedenfalls ist da: Die weiteste Anreise hatte ein Team aus Hamburg. Und auch eine Warteliste musste angelegt werden.

Denise Burkhard hatte es ins Startfeld geschafft. Nach ihrem Lauf mit Hündin Buffy war sie zwar außer Atem, aber glücklich. Prüfungsrichter Hubertus Schulte bescheinigte dem Gespann einen fehlerfreien Durchgang – und das in nur 44,67 Sekunden. Dabei war der Anfang holprig: „Ich bin ausgerutscht“, erzählt die 38-jährige Halterin vom TSV Kamen. „Das hat Buffy zunächst irritiert.“ Doch die Routine half.

Das Team verbringt in einem Umkreis von 100 Kilometern fast jedes Wochenende auf einem Wettkampf. Nicht nur um des Siegens willen, sondern vor allem aus Spaß an der Freud. Der Sport hält Hund und Frauchen gleichermaßen auf Trab – körperlich wie geistig. Die Ausbildung baut auf dem natürlichen Bewegungsdrang des Vierbeiners auf. „ Die Einheit im Parcours bringt mehr als ein zweistündiger Spaziergang“, ist sich Denise Burkhard sicher.

Im Winter finden die Agility-Turniere häufig in Reithallen statt. Überhaupt ist die Ähnlichkeit zum Pferdesport groß. Wie beim Springreiten müssen die Hindernisse sauber und schnell genommen werden. „Das ist eine hohe Kunst“, weiß Bernd Rothenpieler, der die angehenden Champions im HSV selbst trainiert. Zum Turnier wollten die Bergkamener Hundesportler ursprünglich einheitlich, in Zechenhemden gekleidet, auftreten. „Doch die waren schwer zu bekommen“, bedauert er. „Vielleicht im nächsten Jahr.“ ▪ rw

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