Auch Kumpel in Grün und Rot

In Bergkamen gibt es die ersten Römer als Ampelmännchen

Hier leuchtet künftig der Ampel-Kumpel: An der Kreuzung Rünther Straße/Kanalstraße werden die Fußgängerampeln umgerüstet.

Bergkamen - Römer für Oberaden, Kumpel für alle Ortsteile, auch Overberge: Folgt der Rat am Donnerstag der Empfehlung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Verkehr, dann haben einige Fußgänger-Ampeln im Stadtgebiet bald ein neues „Ampelmännchen“.

Beim Bergmann mit Grubenlampe greift die Stadt auf den Entwurf einer Agentur zurück, der schon in Duisburg etliche Ampeln ziert, beim Römer mit Helm, Lanze und Schild ist man deutschlandweit aber absoluter Vorreiter. 

„Den Bergmann mussten wir nicht neu erfinden, sondern konnten auf Bewährtes zurückgreifen“, erklärte Bergkamens Erster Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters. „Aber beim Römer haben wir eigene Pionierarbeit geleistet.“ In seinen drei Jahrzehnten als Beigeordneter im Bauwesen, so gab Peters zu, habe er selten ein Thema mit so viel Freude bearbeitet wie das der Ampelmännchen mit Lokalkolorit. 

Dabei habe es ihn aber selbst „richtig überrascht“, dass sich der Wunsch der Politik „so schnell“ umsetzen ließ. „Ich habe gedacht, dass wir richtige Hürden überwinden müssten.“ Eigentlich sind in Deutschland nur standardisierte Ampeln mit dem West- oder Ost-Ampelmännchen zulässig. Ausnahmen sind jedoch möglich. 

Die Kumpel werden in allen Ortsteilen von Bergkamen verteilt.

Den Beispielen anderer Städte folgend hatte die SPD am 22. November den entsprechenden Antrag gestellt, auch einige Fußgängerampeln im Stadtgebiet mit besonderen Ampelmännchen zu versehen. 

13.000 Euro Kosten für die Stadt

Schnell war man sich einig, dass man Kumpel wollte, doch die Römer-Geschichte sollte auch eine Rolle spielen. Ein Spaß, den sich die Stadt nun rund 13.000 Euro kosten lässt. 

Die setzen sich aus den Lizenzgebühren an die Künstleragentur für Erstellung und Nutzung des Römers sowie die Übernahme des Bergmanns-Motivs zusammen und aus der Sonderanfertigung der Streuscheiben, die in einer Mindestmenge abgenommen werden müssen. „Mit den 13.000 Euro sind wir aber gut aufgestellt, wenn wir Kosten und Nutzen abwägen“, sagte Peters.

Auch der Römer darf nur bei Grün gehen: Diese neuen Ampelmännchen werden an den Fußgängerampeln an der Jahnstraße in Oberaden zu sehen sein.

Nicht nur in den Ampeln verwenden, eine Option sei auch das Bedrucken von T-Shirts, Tassen, Postkarten, Baumwollbeuteln sowie eine Verwendung als Schlüsselanhänger, Flaschenöffner oder Aufklebermotiv. „Wir setzen inzwischen auch in Bergkamen mehr auf die Karte Tourismus als noch vor zehn Jahren“, so Peters.

 Nur in einer Sache widersprach die Politik der Verwaltung: Die hatte nämlich vorgeschlagen, Overberge mangels Bezug zum Bergbau außen vor zu lassen. Das widerlegte Ortsvorsteher Uwe Reichelt, selbst Bergmann, allerdings deutlich. Sein Vorschlag, der einhellige Zustimmung fand: An der Fußgängerampel an der Landwehrstraße im Bereich Kamer Heide, keine 300 Meter südlich vom einstigen Schacht Grillo IV entfernt, soll ebenfalls ein Bergmann bei Grün gehen und bei Rot stehen.

Hier gibt es die Männchen bald:

Die Römer werden bald die Fußgängerampeln an der Jahnstraße im Bereich des Stadtmuseums sowie an der Einmündung der Straße „Am Römerberg“ zieren. Der Bergmann soll in allen Ortsteilen außer Heil (kein Bergbau-Bezug) zu finden sein: in Rünthe an der Ecke Rünther Straße/Kanalstraße, in Overberge an der Landwehrstraße im Bereich Kamer Heide, in Mitte an den Kreuzungen der Fritz-Husemann-Straße mit der Albert-Schweitzer-Straße sowie der Justus-von-Liebig-Straße, in Weddinghofen an der Schulstraße im Bereich Grüner Weg/Bachstraße sowie in Oberaden an der Rotherbachstraße. Ausgesucht wurden die Standorte aufgrund ihrer Nähe zu den Schächten der Ortsteile.

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