EBB startet Initiative für besseres Stadtbild

Bergkamen räumt auf: Stadt lässt Sperrmüll abfahren und gekaperte Einkaufswagen einsammeln

Zwei Probleme auf einen Blick: Dieses Beispiel an der Gedächtnisstraße macht deutlich, was vor aller Augen im Argen liegt. Achtlos aufgetürmte und zerfledderte Müllhaufen und gekaperte Einkaufswagen sind eine Zumutung für Anwohner und verschandeln das Stadtbild.
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Zwei Probleme auf einen Blick: Dieses Beispiel an der Gedächtnisstraße macht deutlich, was vor aller Augen im Argen liegt. Achtlos aufgetürmte und zerfledderte Müllhaufen und gekaperte Einkaufswagen sind eine Zumutung für Anwohner und verschandeln das Stadtbild.

 Die ewige Klage über Müll vorm Haus und Einkaufswagen dahinter soll ein Ende haben. Der EBB macht’s.

Bergkamen – Fenster auf und einfach raus mit dem Plunder. So übel wie in den finsteren Ecken der Metropolen ein paar Kilometer weiter westlich geht es auch dort nicht zu, wo Bergkamen nicht immer das beste Bild abgibt. Doch achtlos aufgetürmter Sperrmüll, teils von Plünderern noch weiter verteilt, ist unübersehbar ein dauerhaftes Ärgernis in dieser Stadt. Meist dort, wo viele Menschen beieinander wohnen, was zentrumsnah mit einem zweiten häßlichen Phänomen einhergeht: der massenhaften „Entführung“ von Einkaufswagen, die ebenso achtlos irgendwo zurückgelassen werden. Das will die Stadtverwaltung nicht länger mitansehen.

Jetzt kommt „Standort Service Plus“

„Standort Service Plus“ heißt die Antwort auf das wiederkehrende Lamentieren über Mitbürger, die in Punkto Rücksicht und Sozialverhalten Nachhilfe nötig hätten, und über die vermeintliche Hilflosigkeit im Umgang mit Schandflecken. Bürgermeister Bernd Schäfer ist bekanntlich neu im Amt, mag’s aber nicht mehr hören. Der stadteigene Entsorgungsbetrieb Bergkamen (EBB) soll das Problem anpacken.

Erster Test im Februar - Ganzes Jahr soll folgen

Ab 1. Februar werden EBB-Kräfte zunächst probeweise für vier Wochen an neuralgischen Punkten abräumen, was in dieser Weise das Stadtbild stört. So ähnlich wie die neue Eingreiftruppe „1-2-3 Bergkamen“, die seit Sommer im Handumdrehen richtet, was in den Grünanlagen unangenehm ins Auge fällt. Ein Erfolgsmodell, wie Stephan Polplatz betont. Er führt Regie im Arbeitsalltag des Baubetriebshofes samt „1-2-3“ und zugleich beim EBB. „Nach diesen Erfahrungen haben wir gesagt, lass’ es uns probieren.“

Gebührenzahler wird dadurch nicht belastet

Um eines gleich vorweg zu nehmen: Den Gebührenzahler berührt der auch kritisch beäugte Service nicht. Der Probebetrieb ist mit der LEG und Vivawest als größte Wohnungsgesellschaften vereinbart. Da es im Kern um deren Quartiere beziehungsweise Mieter geht, werden die Leistungen in Rechnung gestellt. Gleiches gilt für die Supermärkte, deren Einkaufswagen der EBB demnächst einsammelt.

Kostenvereinbarung mit großen Vermietern

Mit diesen ersten Erfahrungswerten aus vier Wochen will die Stadt mit den Gesellschaften „ein für beide Seiten interessantes Angebot aushandeln“, kündigten Bürgermeister Bernd Schäfer und der EBB-Leiter, Erster Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters, in einer Mitteilung an. Für ein Jahr soll „Standort Service Plus“ dann aufgelegt und der Erfolg später bemessen werden. Gleiches gilt schon für „1-2-3 Bergkamen“ mit den zunächst bis zum Jahresende eingestellten Mitarbeitern dafür.

Entsorgungsbetrieb ausreichend ausgestattet

Den neuen Dienst am properen Stadtbild wird der EBB aus dem Bestand leisten. Wenn seine Männer zur Leerung der großen Müllcontainer mit dem Hecklader unterwegs sind, sollen die auch gleich den Sperrmüll abräumen. „Wir leeren ja auch die Wertstofftonne, sind also drei Mal die Woche unterwegs und sehen ja, wo etwas zu tun ist“, erläuterte Polplatz. Die ohnehin tätigen Reinigungskolonnen könnten so auch die Ablageplätze des Sperrmüll sauber machen und aufladen, was an Einkaufswagen herumsteht.

195 herrenlose Einkaufswagen eingesammelt

Und das sind nicht wenige: Weil die jüngsten Klagen darüber den letzten Ausschlag gaben, das Projekt an den Start zu bringen, hat die Stadt gerade eine erste Kollekte vorgenommen. Ergebnis: 195 Einkaufswagen verschiedener Discounter, nach Farbe und Herkunft sortiert in Reih und Glied auf dem Betriebshof. „Die Schreiben an die Läden sind gerade rausgegangen“, so Polplatz. „Die Einkaufswagen können abgeholt werden. Wir liefern auch, aber nur gegen Entgelt, versteht sich.“

Genug lamentiert: Stadt will Problem angehen

Dass Kritiker bemängeln, jetzt werde den Nachlässigen auch noch hinterher geräumt, will Polplatz nicht gelten lassen. Im selben Atemzug werde zugleich gerügt, dass sich niemand um die Müllhaufen kümmere. Da sei es doch besser, dieses Übel zu beseitigen. Zumal dies „keine Auswirkungen auf Abfall- oder Straßenreinigungsgebühren hat“, wie auch EBB-Chef Peters betont.

Nachbarschaft soll ein waches Auge haben

Bürgermeister Schäfer sieht es so: „Wir hoffen, dass dieses Angebot unsere Maßnahmen um ein verbessertes Stadtbild mit der Reinigungsoffensive des EBB und dem erfolgreichen 1-2-3-Team des Baubetriebshofes zusätzlich verbessert. Dies ändert nichts an der Tatsache, dass sich natürlich auch die Verursacher und ihr Verhalten hinterfragen müssen – hier bitte ich auch die Nachbarschaft um Mithilfe.“

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