Skurriler Fall

"Ich bin fassungslos": Frau (46) baut Autounfall mit Katze auf der Schulter

Katze vor Straßenlaternen
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Kamen/Bergkamen – Mit rund 1,4 Promille und ohne Führerschein stieß eine 46-jährige Frau aus Bergkamen im Herbst mit ihrem Wagen gegen den Pkw einer Nachbarin. Und dabei war sie nicht alleine im Auto. Nun hatte der Vorfall, der mit einer Beleidigung endete und skurriler nicht anmuten könnte, ein Nachspiel vor dem Amtsgericht Kamen.

Beim eher zufälligen Blick aus dem Fenster bot sich der betroffenen Nachbarin am Nachmittag des 3. Oktober ein Anblick, den sie später auf ganz eigene Weise beschreiben würde: „Ich sah sie mit einer Katze auf der Schulter ins Auto steigen und direkt in meinen Wagen fahren. Da ist mir erst einmal alles aus der Hand und aus dem Gesicht gefallen.“ 

Danach habe die Angeklagte immer wieder versucht, wegzufahren – mit der Katze auf der Schulter. Sie habe sie daran gehindert und habe sich deshalb als blöde Schlampe titulieren lassen müssen. Und an ihrem Pkw sei ein Schaden von über 2000 Euro entstanden. „Ich bin fassungslos, was da an dem Tag passiert ist.“ 

Angeklagte spricht von Fluchtversuch der Katze

Die Version der angeklagten Bergkamenerin fiel hingegen „etwas“ anders aus. Demnach wollte sie lediglich etwas aus dem Auto holen – ihre Zigaretten und Leckerchen für den Kater, den sie gerade hütete. Sie habe zunächst auf dem Beifahrersitz gesessen, habe dann eine Zigarette rauchen wollen und, um das Fenster öffnen zu können, den Platz getauscht und den Schlüssel ins Zündschloss des Wagens gesteckt. 

Der Vierbeiner habe die Chance zur Flucht genutzt und bei der Suche nach ihm, habe sie den Ast gesehen, der unter ihrem Reifen geklemmt habe. Sie habe nur kurz vor- und zurücksetzen wollen, als ihr der Kater auf die Schulter gesprungen sei. Vor Schreck sei sie dann gegen das fremde Auto gestoßen. Und als blöde Schlampe habe sie die Frau, die ihr gegenüber so aggressiv gewesen sei, nicht bezeichnet. Nur als Schlammkuh. 

Drei Anklagepunkte

„Das war jetzt persönliches Pech“, so ihr Resümee. Doch auch diese „Fassung“ der Ereignisse änderte nichts an der Strafbarkeit: Innerhalb weniger Minuten machte sich die 46-Jährige an dem Tag der fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs, eines vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und der Beleidigung schuldig. Und das hatte Folgen für die zum Teil einschlägig vorbelastete Frau: 1200 Euro Geldstrafe und ein Jahr Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis, lautete das Urteil des Gerichts.

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