Wohnbebauung Thema

Ex-Turmarkaden-Areal: Stadt und Investor sprechen wieder miteinander

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Der Abriss der Turmarkaden dauert an. Über die Neubaupläne wird weiterhin gestritten, doch nun bahnt sich eine Lösung an.

Die Pläne zum Bau eines reinen Einkaufszentrums auf der Fläche der früheren Turmarkaden hat der Rat jüngst jäh gestoppt. Doch das Tischtuch zwischen dem Grundstückseigentümer und Investor sowie der Stadt ist offenbar noch nicht zerschnitten. Beide Seiten sprechen wieder miteinander – und dabei ist auch Wohnungsbau ein Thema.

Bergkamen – Ein solcher soll der Bebauungsplan ermöglichen, der nach dem Votum des Rates von Ende Juni nun aufgestellt werden soll und dessen Inhalte den bis dato präsentierten Plänen zuwiderlaufen. Der Investor, die Hilee GmbH, und ihr Projektentwickler Interra AG sind also aufgerufen, alternative Ideen zu entwickeln, um auf dem Areal zum Zuge zu kommen. Einzelhandel soll dort nach Willen der Politik aber nicht generell ausgeschlossen sein.

Dr.-Ing. Hans-Joachim Peters, Bergkamens Erster Beigeordneter, betont, dass die Stadt in Sachen Turmarkaden auf zweierlei Art gefordert ist: als Bauaufsichtsbehörde sowie als Träger der Planungshoheit. Formal sei die Verwaltung von der Politik gebeten worden, einen B-Plan für die Fläche nach den neuen Maßgaben aufzustellen. Dies bedeute in der Folge, dass die eingereichte Bauvoranfrage zurückgestellt werden müsse. Das Schreiben werde in diesen Tagen verschickt. Vom vorgesehenen Anhörungsverfahren habe Eigentümer Hilee in dieser Sache keinen Gebrauch gemacht, berichtet Peters.

Unabhängig der Formalitäten berichtet der Erste Beigeordnete, dass die Stadt wieder in Planungsgesprächen mit dem Eigentümer sei. „Wir sind offen für Alternativvorschläge“, sagt Peters, schließlich sei die Turmarkaden-Fläche gegenüber dem Rathaus eine „klaffende Wunde im Herzen der Stadt“.

Wohnbebauung ins Spiel gebracht

Hilee habe bereits signalisiert, zu Umplanungen bereit zu sein und dabei unter anderem Wohnbebauung ins Spiel gebracht, verdeutlicht Peters. Die gehöre nicht zur Kernkompetenz des Investors und sei bislang tabuisiert worden. Diesem stehe aber frei, weitere Partner ins Boot zu holen. Die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften allerdings zeigten nach seiner Einschätzung wenig Interesse.

Man sei befreit, geänderte Pläne zügig zu sichten und zu bewerten, sagt Peters. Die müssten nicht bis ins Detail ausgearbeitet sein, aber aus mehr bestehen als einer 3D-Skizze – und vor allem den Vorgaben der Politik nach einer hohen Aufenthaltsqualität und etwa zusätzlichen Wegeverbindungen entsprechen. Auch am verabschiedeten Integrierten Handlungskonzept „Bergkamen mittendrin“ müssten sich die neuen Pläne orientieren.

Dem Vorschlag des Investors, kurzfristig einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen, damit eine Bebauung zügig starten kann, erteilt der Erste Beigeordnete eine Absage. Teil dieses Vertrages müssten der zu erarbeitende B-Plan sowie konkrete Durchführungsbestimmungen sein. Peters geht davon aus, dass sich erst wieder der neue Stadtrat mit dem Bauprojekt befassen wird, auch wenn sich der alte noch letztmalig vor den Kommunalwahlen am 25. August trifft. Gegen den Zurückstellungsbescheid könne der Investor im Übrigen Rechtsmittel einsetzen.

Versöhnliche Töne auch vom Investor

Doch aus Zossen, wo die Hilee GmbH sitzt, kommen aktuell ebenfalls versöhnliche Töne. Geschäftsführer Peter Dietrich bestätigt auf Anfrage die Gespräche mit der Stadt, und dass es vielleicht einen Durchbruch geben könnte. Es seien alternative Pläne erstellt worden, verschiedene Fragen noch offen, sodass er sich inhaltlich aktuell nicht weiter äußern könne. Zur Erinnerung: Vor der Abstimmung im Rat über die Aufstellung des Plans hatte der Investor mit Klage gedroht, falls er seine Pläne nicht umsetzen könne.

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