Grundwasser womöglich gefährdet

Eigentümer des ehemaligen Rünther Marktplatzes könnten bald zur Sanierung gezwungen sein

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Der ehemalige Rünther Marktplatz liegt schon seit Jahren brach. Das sorgt bei vielen Bewohnern des Ortsteils für Verärgerung. Womöglich könnten die derzeitigen Eigentümer jedoch bald dazu gezwungen sein, die Fläche zu sanieren.

Der ehemalige Rünther Marktplatz liegt schon lange brach. Bevor dort überhaupt gebaut werden kann, muss die Fläche saniert werden. Grund dafür ist eine ehemalige Hausmülldeponie, die sich unter dem Platz befindet. Viele Jahre ist hier nichts passiert, doch es besteht die Möglichkeit, dass die Eigentümer bald dazu gezwungen sind, die Fläche zu sanieren.

Bergkamen – „Wir haben die Grundstückseigentümer dazu aufgefordert, das Grundwasser zu untersuchen. Wir sind dabei, mit den beiden Parteien abzustimmen, wie die Untersuchung aussehen kann“, erzählt Marten Brodersen von der Wasserschutzstelle des Kreises Unna. Mit „beiden Parteien“ sind die Wohnungsbaugesellschaft Vivawest, der das Grundstück zum größten Teil gehört, sowie die Stadt Bergkamen, gemeint. Die Untersuchung des Grundwassers ist erforderlich, weil bei vorherigen Untersuchungen der Fläche Schadstoffe wie Arsen und Blei sowie ein hoher Gehalt Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) festgestellt wurden. Nun soll ermittelt werden, ob die Schadstoffe ins Grundwasser gelangen können.

Sollte die Gefahr bestehen, könnte eine Konsequenz daraus sein, dass der Kreis die Eigentümer auffordern muss, die Fläche zu sanieren, sagt Brodersen. „Wir müssen erst mal schauen, ob wirklich Belastungen vorliegen und wenn ja, ob die von der Fläche kommen und wie hoch die Gehalte sind“, erklärt Brodersen. Die Kosten für eine Sanierung seien relativ zu betrachten. „Es kommt auf die Flächengröße und letztendlich auf die Mengen, die tatsächlich entsorgt werden müssen, an“, sagt Brodersen. 2006 hat der Kreis Unna ein Sanierungskonzept genehmigt. Damals sei der Kreis gar nicht weiter auf die Überprüfung des Grundwassers eingegangen, weil er davon ausging, dass die Sanierung schnell erfolgt. Gültig ist der Sanierungsplan nicht mehr. „Normalerweise werden Sanierungspläne immer für fünf Jahre zugelassen, weil man im Regelfall davon ausgeht, dass es ein aktuelles Anliegen gibt.

Man müsste da jetzt noch mal mit einem neuen Sanierungsplan dran gehen“, erklärt Brodersen. Geht es nach den damaligen Messungen, muss der Boden teilweise bis zu 2,20 Meter tief ausgebaggert und ausgetauscht werden.

Für Menschen, die sich auf der Fläche befinden, gehe keine Gefahr aus, da ein Großteil der Fläche über eine Schwarzdecke abgedeckt ist, erzählt Brodersen. Die östlich liegenden Flächen, die nicht versiegelt sind, seien entsprechend übererdet worden, sodass auch dort keine unmittelbare Gefahr davon ausgehe. Trotzdem sorgt die Brache für viele Diskussionen. Es bleibt abzuwarten, wie es mit dem Platz in Zukunft weiter geht.

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