Hilflose Eichhörnchen gerettet: Bergkamener entdecken drei geschwächte Jungtiere im Garten

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Die drei Eichhörnchen-Babys konnten sich in ihrer Pflegestelle erholen. Ihnen geht es mittlerweile bestens.

Bergkamen – Ganz hilflos liegt das Eichhörnchen da, ohne den Schutz seiner Mutter, die Augen noch zu. Wird es nicht bald gefunden, kommt für das junge Tier jede Hilfe zu spät. Das Eichhörnchen im Oberadener Garten von Patryk Tarnowski hat Glück gehabt. Doch bei einem Findling sollte es nicht bleiben.

Leonie, die sechsjährige Tochter von Patryk Tarnowski, entdeckte zunächst ein Eichhörnchen zufällig unter einer Tanne im Garten. „Es war ein kleines, sehr geschwächtes und augenscheinlich verletztes Eichhörnchen-Baby“ erinnert sich Tarnowski.

„Ein Blick ins Internet zeigte Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Eichhörnchen-Notfällen“, sagt Tarnowski. Also habe er dem in Not geratenen Fundtier abgekochtes, abgekühltes Wasser mit einem Tropfen Honig gegeben und es mit einem weichen Tuch zugedeckt. „Wärme ist immer das Wichtigste“, betont Mechthild Trippe aus Castrop-Rauxel, die Eichhörnchen aufpäppelt und auch bei dem Fundtier aus dem Bergkamener Garten sofort zur Stelle war. Die Tarnowskis haben alles richtig gemacht, freut sich Trippe. Nur eine Sache sei mit Vorsicht zu genießen: „Bei so extrem jungen Tieren kann es vorkommen, dass, wenn man ihnen Wasser eintröpfelt, sie sich schnell verschlucken und dann kann es eine Lungenentzündung geben“, sagt die erfahrene Eichhörnchen-Päpplerin.

Geschwistertiere in der Nähe

Nach ihrem Fund kontaktierte Tarnowski den Hilfsverein „Eichhörnchen Schutz“, der in kürzester Zeit eine Pflegestelle für Eichhörnchen in Castrop-Rauxel organisierte. Mechthild Trippe machte sich auf den Weg nach Bergkamen, um das geschwächte Eichhörnchen in ihre Obhut zu nehmen.

Doch damit war die Rettungsaktion noch nicht erledigt. Tarnowski und seine Tochter inspizierten die Fundstelle erneut, um nach Geschwistertieren Ausschau zu halten. „Wenn man ein orientierungsloses, abgemagertes Jungtier findet, sollte man immer drauf achten, ob nicht noch ein anderes Tier irgendwo rumläuft“, erklärt Trippe. In einem Nest können sich bis zu sechs Tiere befinden. Und tatsächlich fand die Bergkamener Familie noch zwei weitere Eichhörnchen-Babys unter der Tanne. Auch diese beiden kamen mit zur Pflegestelle.

Wenn die Tiere älter und stärker sind, sollen sie wieder ausgewildert werden.

Im Fall der drei Eichhörnchen liegt die Vermutung nah, dass ihr Kobel – also ihr Nest – von Krähen oder Elstern zerstört worden ist. „Ich denke, die sind alle aus dem Kobel geschmissen worden, die Jungtiere hatten ja auch alle Verletzungen“, berichtet Trippe.

Mittlerweile geht es den etwa dreieinhalb bis viereinhalb Wochen alten Eichhörnchen wieder gut. „Die Tiere sind alle gut durchgekommen. Sie haben bereits die Augen aufgemacht“, berichtet Trippe.

Für die Eichhörnchen ist am Ende alles gut ausgegangen. Sind sie etwas älter, werden sie wieder ausgewildert. Patryk Tarnowski und seine Tochter sind froh darüber, die Eichhörnchen gefunden zu haben und sie in guten Händen zu wissen. „Wir finden, es ist eine wertvolle und sehr schöne Arbeit, die die Menschen in den verschiedenen Pflegestellen leisten“, meint Patryk Tarnowski.

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