"Dafür trinke ich keinen Alkohol" - Polizei sucht Schwarzarbeiter und findet Drogen

Aus dem Einsatz für den Zoll wurde in Bergkamen schnell ein Fall für die Polizei. Symbolbild.
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Aus dem Einsatz für den Zoll wurde in Bergkamen schnell ein Fall für die Polizei. Symbolbild.

Eigentlich hatte der Zoll den Betrieb verdächtigt, Schwarzarbeiter zu beschäftigen. Tatsächlich erschnüffelten die Beamten etwas ganz anderes und riefen die Polizei.

Bergkamen/Kamen - Vermutlich war der Inhaber eines Geschäfts in Bergkamen nicht begeistert, als am 5. November vergangenen Jahres plötzlich Zollbeamte bei ihm auftauchten. Der Verdacht: Schwarzarbeit.

Und tatsächlich versuchte sich ein Mann während der Anwesenheit der Beamten heimlich durch die Hintertür aus den Staub zu machen. Sofort nahmen die Zöllner die Verfolgung auf und landeten im nahegelegenen Wohnhaus des Ladenbetreibers. Dort nahmen sie den Geruch von Drogen wahr. 

Umgehend verständigten sie ihre Kollegen von der Polizei. Diese rückten auch schnell an und durchsuchten unter anderem das gesamte Geschäft – mit Erfolg. In einem Kaffeeglas stießen die Polizisten auf knapp zehn Gramm Marihuana und einige Klemmverschlusstütchen. Dementsprechend lautete der Vorwurf im Amtsgericht Kamen unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln. 

Geschäftsinhaber gibt alles zu: „Ich rauche eben gerne Marihuana" 

Der Geschäftsinhaber gab sofort zu, den Stoff selbst zu konsumieren. „Ich rauche eben gerne Marihuana. Dafür trinke ich keinen Alkohol“, erklärte der 24-Jährige. Nicht zum ersten Mal hatte dem Bergkamener seine Sucht Ärger mit der Justiz eingebracht. 2016 war er wegen Drogenbesitzes zu 400 Euro und vergangenes Jahr wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz zu 2000 Euro verurteilt worden. 

Mit Blick auf diese Vorstrafen sah der Richter keinen Platz mehr für eine weitere Geldstrafe. Stattdessen entschied er sich für eine Haftstrafe von fünf Monaten. Die setzte er allerdings zur Bewährung aus. Will der Angeklagte nicht ins Gefängnis, muss er 1000 Euro an die Gerichtszahlstelle zahlen. 

Zudem sollte er drei Jahre lang keine neuen Straftaten begehen. Hält er sich nicht daran, droht der Widerruf der Bewährung. Die Strafe wäre niedriger ausgefallen, so der Richter, hätte der Bergkamener das Urteil mit dem Arzneimittelgesetz nicht ein halbes Jahr vor dem Drogenfund kassiert.

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