Union verpasst zweiten Amtsvorsteher ganz knapp

SPD holt Overberge mit vier Stimmen mehr - CDU: Bitte noch mal zählen 

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Kann das richtig sein? Prüfende Blicke und klärende Nachfragen gehören zum Wahlabend. Hier ein Schnappschuss von Sonntag mit Bürgermeister Roland Schäfer am Telefon und einem EDV-Mitarbeiter im Ratssaal. Die CDU möchte, dass in Overberge kritisch hingeschaut wird.

Hat die SPD in Overberge mit vier Stimmen mehr wirklich die Oberhand? CDU-Chef Marco Morten Pufke zweifelt das an. Er möchte, dass die Ratswahl dort überprüft wird. 

Mit der Feststellung des Ergebnisses durch den Wahlausschuss am morgigen Mittwoch ist die aktuelle Wahl des Stadtrates möglicherweise noch kein Fall für den Aktenkeller. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marco Morten Pufke, einziger CDU-Mann mit Direktmandat für den Stadtrat und als Bewerber auf das Landratsamt noch in der Stichwahl mit Mario Löhr (SPD) hat im Gespräch mit wa.de angekündigt, die Stimmenauszählung in Overberge anzufechten.

Im Bezirk 114 Bartkowiak (SPD) klar vorn

Unterm Strich hat in dem Ortsteil mit zwei Wahlbezirken aus je zwei Stimmbezirken der hauchdünne Vorsprung von vier Stimmen dazu geführt, dass der SPD erneut die Benennung des Ortsvorstehers zufällt. Weil dies damit einhergeht, dass im Stimmbezirk 1141/Autohaus das Auszählen nicht ganz reibungslos lief, sieht Pufke ein erneute Zählung als geboten an. Der dazugehörige Wahlkreis 114 ging mit 350 Stimmen (39,59 Prozent) an den Genossen Rainer Bartkowiak, CDU-Mann Dario Grossmann unterlag mit 287 Stimmen (32,47 Prozent) eindeutig.

Im Bezirk 115 Pufke (CDU) klar vorn

Im Nachbarwahlkreis 115 machte Pufke als einziger Kandidat der Union mit 396 Stimmen (41,16 Prozent) selbst das Rennen. SPD-Bewerberin Rebecca Döhr kam auf 337 Stimmen (25,03 Prozent). Weil es in der Summe aber so knapp ausging, „und da diese Auffälligkeit war“, wünsche er ein Prüfung, so Pufke. „Wenn es dann so bleibt, ist das halt so. Ich habe aber mit Thomas Hartl von den Zentralen Diensten besprochen, dass ich eine offizielle E-Mail an Bürgermeister Roland Schäfer als Wahlleiter schicken werde, damit ein zweites Mal gezählt wird“, sagte Pufke. 

Zuerst muss der Wahlausschuss entscheiden 

Doch so auf Zuruf geht da mal gar nichts, wie Hartl dem WA erläuterte: Die Wahlunterlagen sind vom Wahlvorstand versiegelt, da können wir nicht einfach den Umschlag wieder öffnen. Als Nächstes gehen die Dokumente mit den Protokollen zur Prüfung an den Kreis Unna. Dann wird der Wahlausschuss am Mittwoch das Ergebnis für Bergkamen feststellen. Danach besteht dann vier Wochen lang die Möglichkeit, Einspruch gegen das Ergebnis einzulegen.“ Der CDU-Vorsitzende gab sich entschlossen, diesen Weg zu beschreiten: „Das bin ich den Wählern und meinen Leuten schuldig.“

Wahlprüfungsausschuss in der neuen Legislatur

Die Eingabe würde den bis Ende Oktober amtierenden Rat und seine Gremien aber nicht mehr beschäftigen. Mit der Konstituierung des neuen Rates am Mittwoch, 4. November, wird unter anderem ein neuer Wahlprüfungsausschuss gebildet, der sich mit der Beschwerde dann befassen muss. Erst mit Bildung des neuen Rates steht übrigens auch die Wahl der einzelnen Ortsvorsteher an. Sollte die Eingabe erfolgreich sein, würde er selbst das Amt nicht anstreben, sagte Pufke. „Das wäre dann doch ein bisschen viel.“ Für die „erfolgreiche verteidigte Hochburg Heil“ sei bei der Union Dirk Slotta als Nachfolger von Rosemarie Degenhardt gesetzt.

"Man muss Wahlvorstand auch vertrauen"

Apropos knapp: Thomas Heinzel, als CDU-Kandidat fürs Bürgermeisteramt noch in der Stichwahl gegen Bernd Schäfer von der SPD, ist in seinem Rünther Wahlkreis mit nur zehn Stimmen Unterschied 219:229 Genossin Eva Knöfel unterlegen. Dass sich Pufke mit seiner Eingabe im Rathaus keine Freunde macht, war gestern wohl herauszuhören. Weil in einem von vier Stimmbezirken etwas Assistenz beim Zählen nötig war, könne nicht das Gesamtergebnis in Zweifel ziehen. Es sei auch schon wegen nur einer Stimmen ein SPD-Bezirk an die CDU gegangen – klaglos: „Da sitzen immerhin sechs Leute“, sagte Hartl. „Man muss so einem Wahlvorstand auch vertrauen."

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