Vier hochwertige Wagen

Haft für skrupellosen Autodieb: War er Mitglied einer Bande?

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Den Diebstahl von vier hochwertigen Autos gestand der Angeklagte, hier zwischen seinem Verteidiger Timo Meyer und seinem Dolmetscher.

Luxusschlitten klauen ohne Überbrückung, Schlüsseldiebstahl oder eingeschlagenen Scheiben: Ein Autodieb hat vier hochwertige SUVs mit der Keyless-Go-Methode gestohlen. Nun ist der Mann zur Haft verurteilt worden - aber: Komplizen nennt er nicht.

Bergkamen/Dortmund – Ein Autodieb ist nach mehrtägiger Beweisaufnahme vom Dortmunder Landgericht zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Der 49-jährige Pole hatte gestanden, innerhalb weniger Monate vier hochwertige Autos in Unna, Bergkamen, Kamen und Kassel gestohlen zu haben. 

Die Nobelkarossen waren für Abnehmer in Polen bestimmt, zwei Wagen konnten jedoch noch in Deutschland sichergestellt werden. Der technisch versierte Wiederholungstäter nutzte bei seinen Diebestouren das sogenannte Keyless-go-Schließsystem der teuren Wagen aus, konnte mit einer Art Funkwellenverlängerer von außen die Wagen öffnen und davon fahren. Am 17. November 20018 traf es den Besitzer eines Mercedes im Wert von rund 80.000 Euro in Bergkamen, geparkt in der Straße Am Himmeldieck. 

Autodieb verurteilt: Keine Bande genannt

Dieser Wagen sowie ein BMW aus Unna sind spurlos verschwunden, wurden vermutlich nach Polen verkauft oder, in Einzelteile zerlegt, an mehrere Abnehmer veräußert. Ob der Mann Mitglied einer organisierten Bande ist, konnte trotz des Geständnisses des Angeklagten nicht geklärt werden. Er machte keine Angaben zu seinen mutmaßlichen Mittätern und Hintermännern. 

Durch seine geständigen Angaben konnte aber der Prozess deutlich verkürzt werden. Zur Überführung des Angeklagten wäre ansonsten ein aufwendiges Verfahren nötig gewesen. 

Nur unscharfe Aufnahmen: Luxus-Autos geklaut

So existieren zu dem Bergkamener Diebstahlsfall lediglich unscharfe Videoaufnahmen des Angeklagten, die ihn beim Tanken mit dem gestohlenen Wagen und falschen Kennzeichen an einer Autobahntankstelle zeigen. 

Hier hätte ohne das Geständnis des Autodiebs vermutlich ein anthropologisches Gutachten vom Gericht in Auftrag gegeben werden müssen, um zu klären, ob die schemenhaft zu erkennende Person tatsächlich der Angeklagte ist. 

Trotz seines Geständnisses bescheinigten ihm die Richter eine beträchtliche kriminelle Energie bei seinen Taten. Neben der technischen Raffinesse sei der Täter auch durchaus skrupellos vorgegangen. 

So habe er sich bei seiner letzten Tat mit der Polizei eine spektakuläre Verfolgungsjagd geliefert, sei mit 150 Stundenkilometern durch eine Ortschaft gerast und sei erst durch ein Nagelband auf der Fahrbahn gestoppt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Keyless-Go-Diebstahl: Zeitung zeigt Methode

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