Kein Respekt

Aggressionen gegen das Ordnungsamt nehmen in Bergkamen zu

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Bergkamen – Sie wollen nur helfen: Erste Hilfe leisten, für Ordnung sorgen, das Einhalten von Regeln einfordern: Immer wieder haben Mitarbeiter des Ordnungsamts mit Respektlosigkeit oder Bedrohung zu kämpfen. Und auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hatte schon unangenehme Begegnungen.

Für das DRK bleibt es zumindest erst einmal beim Einzelfall. „Wir erleben keine Anfeindungen“, stellt Andreas Kray, Bergkamens DRK-Vorsitzender, klar. Bis auf das eine Mal. So wollten seine Mitarbeiter beim Barbaralauf in Oberaden mit Blaulicht an einer Straßensperre vorbeifahren, als sich ihnen ein Autofahrer in den Weg stellte.

Der Mann stellte sein Fahrzeug quer vor die Durchfahrt. „Wenn ich nicht durchkomme, dann ihr auch nicht“, so schildert Kray die Äußerungen des aggressiv auftretenden Mannes. Über so viel Unverstand kann er nur mit dem Kopf schütteln. „Ein Idiot. Aber es war nur ein Einzelner“, sagt er.

Vorfälle nehmen zu

Beim Ordnungsamt ist Respektlosigkeit jedoch kein Einzelfall mehr. „In fast jeder Dienstbesprechung mit dem Außendienst höre ich von Rumpöbeleien und Provokationen“, sagt Christine Busch, die als Abgeordnete für das Ordnungsamt zuständig ist. Die Vorfälle nehmen zu, selbst Strafanzeigen und daraus folgende Haftstrafen hätten die Situation nicht verbessert.

Dass das Ordnungsamt in Situationen eingreift, die nicht unbedingt angenehm sind, ist klar. Das Auto falsch geparkt, den Müll auf die Straße geworfen, den Hund nicht angeleint und den Kot nicht entfernt – das sind typische Fälle, in denen das Ordnungsamt eingreift.

Besonders Hundekot sorgt immer wieder für Ärger

Obwohl die Statistik des Ordnungsamts klar macht, dass oft nur auf Fehlverhalten hingewiesen und in deutlich selteneren Geld gefordert wird, nimmt die Aggression gegen die Einsatzkräfte zu. So kommt es vor, dass jemand, der Müll auf die Straße wirft und darauf angesprochen wird, in seinen Taschen noch weiteren Müll sucht und diesen daneben wirft, erklärt Busch. Auch auf Schulwegen kommt es von den Eltern zu Provokationen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamts erleben körperliche Angriffe, in ihre Richtung wird gespuckt, sie werden beleidigt und Autos auf sie zugesteuert.

Doch in einer zugeparkten, vermüllten Stadt, in der es nicht mehr möglich ist, über die Straße zu gehen, ohne in einen Hundehaufen zu treten, möchte niemand leben. Gerade Hundekot sorgt immer wieder für Ärger: Das wurde auch im Ausschuss für Familie, Soziales, Gesundheit und Senioren deutlich. Sowohl Monika Wernau von der SPD als auch Thomas Heinzel von der CDU sprachen das Problem an, das etwa im Landwehrpark in Rünthe besonders deutlich wird. Das Ordnungsamt kann diese Fälle jedoch selten ahnden, weil es Hunde nicht unbedingt in flagranti erwischt, stellte Christine Busch klar.

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