Lüften der Klassenräume problemlos möglich

Rund 700 Bergkamener in Quarantäne: Schulen gelten nicht als Infektionsschwerpunkt

Ein leeres Klassenzimmer einer Schule, aufgenommen am 10.03.2015 in Leipzig (Sachsen). Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat für Donnerstag Lehrer in mehreren sächsischen Städten zu Warnstreiks aufgerufen.
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Das Lüften der Klassenräume in Bergkamen soll weiterhin problemlos möglich sein

Rund 700 Personen in Bergkamen sind – im weitesten Sinn – aktuell von Corona betroffen. Rund 140 bis 160 Bergkamener seien infiziert, gab Beigeordnete Christine Busch in der Ratssitzung am Mittwochabend bekannt.

Bergkamen – Etwa 600 Personen seien aus Vorsicht in Quarantäne. Zum Zeitpunkt der Ratssitzung standen eine Klasse der Realschule Oberaden, ein Jahrgang des Städtischen Gymnasiums und eine dritte Klasse der Jahnschule unter Quarantäne.

Damit hat es seit März an fast allen Schulen in Bergkamen Schüler mit Corona-Infektionen gegeben. Ein Hort für Ansteckungen seien die Bildungseinrichtungen dennoch nicht, so die Schuldezernentin. Die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) legten bisher nahe, dass die aktuell steigenden Zahlen vor allem auf den Freizeitbereich zurückzuführen seien.

700 Personen in Bergkamen in Quarantäne: Zu viel Freude über Lockerungen

Für Claudia Schewior, BergAuf, geht dagegen eine Gefahr von den Bildungseinrichtungen aus. „Die Mehrheit der Infektionen sind an Schulen und am Arbeitsplatz aufgetreten“, sagte sie. Im Sommer habe es landesweit eine regelrechte Lockerungseuphorie gegeben, obwohl abzusehen gewesen sei, dass die Situation sich wieder verschärfen würde. „Trotzdem hat es keine Verbesserungen für die Schüler gegeben, die Klassen sind nicht verkleinert worden“, kritisierte Schewior.

Mit genau diesem Vorhaben – die Klassengrößen vorerst zu halbieren – ist unlängst die Stadt Solingen auf Ablehnung beim NRW-Schulministerium gestoßen. Die Stadt Bergkamen wollte die Klassenhälften wechselweise im Präsenz- und Distanzunterricht beschulen. Diese generelle Verkleinerung der Klassen hat das Ministerium untersagt. Wirklich überrascht von der Ablehnung ist Christine Busch nicht, weil die Idee dem gleichgerichteten Vorgehen an den Schulen widerspreche. Dabei findet sie den Vorschlag an sich erst einmal diskussionsfähig – soweit sie das beurteilen könne, ohne die Detailplanung zu kennen. „Aber spontan klingt das nach einem guten Plan“, sagte sie.

700 Personen in Bergkamen in Quarantäne: Feste Strukturen bei Hybridunterricht

„Wir stehen einfach immer wieder vor der Situation, in der wir uns fragen müssen, wie vertretbar es ist, 25 Kinder und Jugendliche gleichzeitig in einer Klasse zu unterrichten“, so Christine Busch.

Die Erfahrungen aus dem ersten Halbjahr hätten zwar gezeigt, dass es gerade für die jüngeren Schüler sehr schwierig sei, sich die Lernzeiten selbstständig einzuteilen. „Aber mit so einem Hybridunterricht wären feste Strukturen gegeben.“

700 Personen in Bergkamen in Quarantäne: Keine Luftreinigungsgeräte

Überlegungen, corona-bedingt Luftreiniger für die Schulen anzuschaffen, wie manche Kommunen sie anstellen, gibt es in Bergkamen derzeit übrigens nicht. Zum einen gebe es noch keine verlässlichen Angaben darüber, welche Geräte für diesen Einsatz brauchbar seien. Zum anderen müsse auch die Haustechnik der jeweiligen Schulen mit den Luftreinigungsgeräten kompatibel sein.

Probleme, für Frischluft zu sorgen, gebe es an den Schulen in Bergkamen zudem nicht. „Wir haben keine innen liegenden Klassen und seit den Renovierungen auch keine verschraubten Fenster mehr.“ Es sei also problemfrei möglich, die Klassenräume gut zu lüften.

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