Bergkamenerin vor Gericht

Oma (58) begeht mit Enkel an Bord Fahrerflucht

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Sie sah das Auto nicht, sondern hörte es nur knallen. Unsicher, was sie tun sollte, beging eine Bergkamenerin Unfallflucht. Im Auto saß auch ihr vierjähriges Enkelkind.

Bergkamen - „Ich habe in dem Moment die falsche Entscheidung getroffen“, gab eine Angeklagte im Amtsgericht Kamen gestern sofort zu. Der Richter konnte der 58-Jährigen nur beipflichten: „Nach einem Unfall muss man vor Ort bleiben und sich um die Regulierung kümmern.“

Genau das hatte die Angeklagte am Morgen des 15. September vergangenen Jahres aber nicht getan. Mit ihrem vier Jahre alten Enkelkind an Bord, war sie in einem Wohngebiet in Bergkamen beim Rückwärtsfahren gegen einen parkenden Wagen gestoßen und hatte an dessen vorderer, linker Seite einen Schaden in Höhe von 1925 Euro verursacht. Die Frau hätte nun die Polizei rufen und auf diese warten müssen.

Unfall in Bergkamen: "Ich hab es nur knallen gehört"

„Ich hab den anderen echt nicht gesehen. Ich hab es nur knallen gehört“, erklärte die Angeklagte. Sie sei dann kurz stehengeblieben und habe überlegt, was sie tun sollte. Mit der Situation überfordert, sei sie dann einfach weg gefahren. Ein Fehler, der der Bergkamenerin im Gericht nun teuer zu stehen kam. Vorstrafen brachte die 58-Jährige zwar nicht mit, dafür aber eine Eintragung im Verkehrszentralregister. 2016 hatte die Frau die erlaubte Geschwindigkeit um 46 km/h überschritten und dafür einen Monat Fahrverbot und eine Geldbuße von 160 Euro kassiert. Seit dem 23. Januar hat die Angeklagte aufgrund des Unfalls keine Fahrerlaubnis mehr. Gestern kamen vier weitere Monate Sperre dazu. Zudem muss sie 1000 Euro Geldstrafe zahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Auf die Angeklagte gekommen war die Polizei durch Zeugen, die den Vorfall beobachtet hatten. Nachfragen in der Nachbarschaft führten die Beamten schließlich zur Bergkamenerin. Sie kehrte später am Tattag zum Ort des Geschehens zurück. Eine Unfallflucht hatte sie dennoch begangen, weil sie sofort hätte warten müssen.

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