Bergbauschäden: Arbeitskreis erzielt keine Einigung mit RAG

+
Kohleabbau unter Tage

Bergkamen – Viel erwartet hatten Ulrike Dahlmann, Rainer Schmidt und Karl-Heinz Röcher vom Aktionskreiskreis Wohnen und Leben Bergkamen nicht von ihrem Besuch am Dienstag bei der Ruhrkohle AG (RAG). Es sei zwar ein angenehmes Gesprächsklima gewesen, berichtet Röcher. Von ihrem Standpunkt, dass Rünthe von der anerkannten Wohnwertminderung nicht betroffen ist, wichen die RAG-Vertreter aber nicht ab.

Der Leiter der Bergschadensabteilung im Unternehmen, Stefan Hager, Marcel Tiedeken als Organisator des Treffens und Mitarbeiter Jörg Hoffmann verwiesen auf ein entsprechendes, abschlägiges Urteil des Amtsgerichts Kamen gegen die Klage eines Anwohners aus dem Jahr 2016.

„Die RAG-Leute haben zwar Verständnis für unser Anliegen geäußert“, so Röcher. Aber sie hätten keine Zugeständnisse gemacht. Der Bergbauabwickler sei nur über Klagen zu irgendetwas zu bewegen. „Die machen nur, was sie machen müssen.“ 

Als Einzelperson habe man keine Chance. „Es ging uns nicht ums Geld“, betont der Vorsitzende des Arbeitskreises. Die Zahlungen als Entschädigung für das Ertragen von Erschütterungen auch als Spätfolge der Abbautätigkeit hätten von der Höhe her symbolischen Charakter. 

Stele als Symbol für negative Folgen des Bergbaus?

Die Anwohner der ausgeschlossenen Bereiche litten aber unter den kleinen Erdbeben, vor allem nachts. Betroffen seien in Overberge und Rünthe „bestimmt 6000 bis 7000 Anwohner“, schätzt Rücher. Eine Bestätigung als Geschädigte bekämen aber nur wenige, nämlich nur Anwohner im Bereich zwischen Friedhofstraße und den Autobahnen A1 und A2. 

Auf einer Bürgerversammlung am 18. Februar will Karl-Heinz Röcher die Pläne des Aktionskreises vorstellen.

„Dort wohnt doch kaum jemand“, weiß Röcher. Die Konsequenz ist für den Verein, das Kapitel Bergbauschäden erst einmal abzuschließen. „Als Schlusspunkt würden wir gerne eine Stele errichtet wissen, an der tiefsten der Bergsenkungen in Overberge“, sagt der Rünther. Als Symbol für die negativen Folgen des Bergbaus. 

„Man kann ja die Bergbaugeschichte nicht immer nur durch den Erhalt von Fördertürmen zum Beispiel glorifizieren.“ Er hofft, dass die Stadt Bergkamen die Idee unterstützt, rechnet aber nicht wirklich damit. Ehemalige Bergleute und Genossen würden auf das Thema sehr emotional reagieren und Kritik eher ablehnen. 

Andere Themen rücken in den Vordergrund

Nichts desto trotz: Der Verein will sich jetzt auf die Gestaltung der Stadtteile konzentrieren, ob es die Gestaltung des Rünther Marktplatzes oder das der erneuerbaren Energien, zum Beispiel Windräder für die Halde Großes Holz ist. „Wir müssen die Stadtteile stärken“, sagt Röcher. 

Der Arbeitskreis Wohnen und Leben in Bergkamen wolle auch klarmachen, dass es auch andere gibt, die sich den brennenden Themen annehmen, den Finger in Wunden legen. „Die AfD tritt bei der Kommunalwahl an“, malt Röcher ein Schreckgespenst an die Wand. Den Gedanken, selber politisch in Erscheinung zu treten, legten die knapp 80 Mitglieder des Vereins schnell wieder ad acta. 

Die Zukunftspläne des Vereins wollen die Vorstände am Dienstag, 18. Februar, ab 19 Uhr in der Mensa der Regenbogenschule in einer Bürgerversammlung darstellen. „Wir müssen vor Ort mehr miteinander reden, den Zusammenhalt stärken, Interessen erkennen und abwägen“, fasst er zusammen.

Lesen Sie auch:

Rünther Empörung über RAG - Kein Anspruch auf Entschädigungszahlungen

Rünther auf den Barrikaden: RAG will keine Entschädigung zahlen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare