Beim Bergkamener Römerfest wird Geschichte lebendig

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Spannende Gladiatorenkämpfe gehörten zum Programm des Römerfestes.

Bergkamen - Beim Römerfest in Oberaden erleben die Besucher Geschichte zum Anfassen und Mitmachen.  Selbstverständlich gehörten auch Gladiatorenkämpfe zum Programm.

Hochkonzentriert betreten Teutonus der Fiese und sein junger Rivale Primus die Gladiatoren-Arena. Angespornt von lauten Rufen aus dem Publikum gehen die beiden mit Stahlwaffen aufeinander los. Auch Germanen, Kelten und Römer kehrten am vergangenen Samstag an die Bergkamener Holz-Erde-Mauer zurück – ohne sich allerdings wirklich verletzten zu wollen.

Internationales Römerfest im Römerlager

Die Kämpfe gab’s nur für schaulustige Besucher aus dem 21. Jahrhundert. Außerhalb der kreisrunden Arena ging es deutlich friedlicher zu. Mehrere hundert Menschen kamen in den Römerpark, um sich ein Bild davon zu machen, wie dort vor über 2000 Jahren gekocht, gewerkelt und gelebt wurde. „Wir versuchen, Spaß an Geschichte zu vermitteln, indem wir sie leben, anstatt nur alte Steine in Glasvitrinen zu legen“, sagte Bürgermeister Roland Schäfer. Zwar finde das Römerfest in dieser Größenordnung erst zum zweiten Mal statt, „aber über einen Mangel an Interesse kann ich mich auf keinen Fall beschweren“. 

Das lag nicht zuletzt an Schäfers aufrichtiger Begeisterung für das Römische Reich. In Toga und Schärpe begrüßte er jeden der Gäste mit einem freundlichen „Ave, salvete“ und gab bereitwillig Auskunft über die Historie des Römerlagers. Ob Römerfreund, Lippe-Römer oder Mitglied der „Amor Mortis“ – sämtliche Darsteller posierten am Samstag als Legionäre, Gladiatoren und Bürgerliche für die Besucher. Sogar Teutonus der Fiese alias Christian Schwert war nach seinen Schaukämpfen viel umgänglicher – und verriet, dass gar nicht so viel Schau, sondern hauptsächlich Training hinter den Kämpfen steckt. „Wir sprechen vorher nichts ab, sondern kämpfen tatsächlich auf Vollkontakt. Treffer tun weh, selbst mit einem stumpfen Schwert aus Stahl“, so der Kölner. 

Was er kann, hat Schwert in einer originalgetreuen Gladiatorenschule gelernt. „Unser Vorbild ist eine Lehrstätte in Pompeji, die beim Ausbruch des Vesuvs vollständig konserviert wurde“, erklärte er. 

Münzen mit Kaiser-Konterfei 

Besucher Udo Rehrmann verglich den Gang über das Römerpark-Gelände mit „einer Geschichtsstunde zum Anfassen“. Früher sei er häufig mit der Schaufel hergekommen, um nach Schätzen zu graben – „und heute habe ich meinen Schatz endlich gefunden“, scherzte der Oberadener. Ein handgeschnitzter Kochlöffel aus Apfelholz wird ihm und seiner Frau Martina zukünftig als Erinnerung an das Fest dienen.

 Auch, wenn es ihm – wie den meisten – schwer fiel, seine Wertmarken auszugeben. Denn bezahlt wurde nicht mit Papier. Stattdessen konnten die Gäste ihre Schulden an den Essens- und Handwerksständen mit Dupondien aus Metall begleichen. „Jede der Münzen ist doppelt geprägt: mit einem Krokodil auf der einen und dem Profil des Kaisers auf der anderen Seite“, beschrieb Bürgermeister Roland Schäfer. Aus dem Staunen herauszukommen, war am Samstag kaum möglich. 

Speisen aus dem antiken römischen Kochbuch

Darsteller aus vier verschiedenen Ländern, Speisen aus dem antiken römischen Kochbuch „de re coquinaria“, Weine nach alter Rezeptur oder authentische Wellness-Behandlungen luden die Besucher ein, Teil dieser antiken Welt zu sein. Besucher Viktor Guk brachte es wohl besonders gut auf den Punkt: „Dieses Fest ist ein unglaubliches Erlebnis.“ 

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