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Bergkamener Eiskunstläuferinnen beweisen sich beim Nordbergpokal

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Von: Jan-Niklas Dalley

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Neun Bergkamener Sportler starten beim Nordbergpokal
Die 15-jährige Cynthia Koza trainiert seit zehn Jahren beim Bergkamener ERC. Im Wettbewerb zeigte sie gute Leistungen. © Dalley, Jan-Niklas

Scheinbar in Gedanken versunken steht Cynthia Koza allein auf der Eisfläche. Alle Blicke sind auf sie gerichtet. Plötzlich ertönt die Musik. Direkt nimmt sie mit ihren Schlittschuhen Fahrt auf, denn bei ihrer Kür zählt jede Sekunde. Der erste Schrittwechsel gelingt, die darauffolgende Figur absolviert sie sauber: Bei der 33. Auflage des Nordbergpokals stand am Samstag der Nachwuchs des Eiskunstlaufsports im Mittelpunkt. Insgesamt 143 Athleten gingen bei der Veranstaltung des ERC Bergkamens an den Start.

Bergkamen - „Dieses Jahr läuft alles wieder normal“, verriet Beate Raschka, stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Zwar wurde der Wettbewerb auch 2021 ausgerichtet, jedoch fand dieser unter besonderen Auflagen statt. Generell seien die vergangenen Jahre mit der Pandemie nicht spurlos an den Sportlern vorbeigegangen. „Es gab viele Trainingsausfälle. Der Sport hat darunter gelitten. Die Knochen sind eingerostet, und der Gleichgewichtssinn des Körpers hat sich verändert. Aus Mädchen sind junge Frauen geworden.“

Trotzdem sind viele junge Eiskunstläufer beim Sport geblieben. Deshalb standen insgesamt neun Athletinnen des ERC auf dem Eis. Eine von ihnen war Fiona Dorochin. Die 14-Jährige ist bereits seit zehn Jahren im Verein aktiv. Sie war mit ihrem Lauf zufrieden, obwohl mit ihren neuen Schlittschuhen während der Kür nicht immer alles glatt lief. Kurz bevor ihr Versuch beginnt, und es in der Eishalle still wird, gehe ihr einiges durch den Kopf, schilderte sie. „Man ist dann aufgeregt, aber versucht sich zu konzentrieren.“

Nervosität steigt nach Patzer

Teamkollegin Cynthia Koza, die ebenfalls seit einem Jahrzehnt die Schlittschuhe schnürt, kennt dieses Gefühl. Während des Laufes fokussiert sie die 15-Jährige vollkommen auf die einzelnen Elemente, wie sie berichtete. „Ich denke daran, die Arme und die Beine zu strecken.“ Wenn eine Figur oder ein Sprung nicht so gut gelingt, könne die Nervosität auf der Eisfläche schnell in die Höhe schießen: „Man hat dann Druck, das nächste Element besser hinzubekommen.“

Doch nicht nur im Kopf gehen die jungen Sportlerinnen ihre Kür durch. Kurz vor dem Wettkampf hatten sie die Möglichkeit, sich fünf Minuten auf der frischen Eisfläche einzulaufen. „Die Zeit ist ein bisschen knapp“, stellte Alina Goj fest. Obwohl sie nur 300 Sekunden hatte, um noch letzten Details zu verbessern, war sie froh über ihre Leistung: „Das war heute gut. Ich bin erst zum zweiten Mal in dieser Kategorie gelaufen. Das war fast genauso wie beim letzten Mal.“ Doch ein Sprungelement muss die 13-Jährige noch weiter trainieren: „In den langen Pausen habe ich den Axel verlernt.“ Nach einigen Monaten Training gelang ihr der Sprung nun endlich wieder. „Aber vorher konnte ich ihn besser.“

Warum sich die Mädchen für den Eiskunstlaufsport begeistern, ist unterschiedlich: „Man kann sich auf dem Eis drehen und gleiten. Das geht auf dem normalen Boden gar nicht“, erklärte etwa die elfjährige Joleen Gajsek vom ERC. Fiona Dorochin hat es ähnlich beschrieben. „Das ist ein ganz besonderes Gefühl auf dem Eis.“ Wenn sie lange für einen Sprung trainiert und dieser endlich gelingt, freue sie sich besonders. Dafür brauchen die Eiskunstläufer aber viel Geduld, denn das Schwierigste am Eiskunstlauf ist: „Die Motivation zu haben, nach einer schlechten Trainingsstunde weiterzumachen.“

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