Vorfall auf der Werner Straße

Bei Tempokontrolle: 21-Jähriger rast gezielt auf Polizisten zu

Durch die Polizeikelle ließ sich der junge Raser offensichtlich nicht beeindrucken.
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Durch die Polizeikelle ließ sich der junge Raser offensichtlich nicht beeindrucken.

Das hätte schlimm ausgehen können: Bei einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Werner Straße in Bergkamen am späten Dienstagabend steuerte ein Raser gezielt auf Polizisten zu, die ihn anhalten wollten.

[Update] Bergkamen – 50 Stundenkilometer waren auf der Werner Straße erlaubt. Gegen 23.55 Uhr näherte sich ein Auto, das deutlich schneller unterwegs war, nämlich mit Tempo 69, wie die Überprüfung ergab.

Nach Angaben der Polizei wollten die eingesetzten Beamten den Fahrer direkt stoppen. Dazu hätten sie „eindeutige Anhaltezeichen“ gegeben, unter anderem mithilfe einer „Polizeikelle“, wie es heißt. Doch das beeindruckte den Fahrer offensichtlich wenig.

Mit rund 90 km/h vorbeigerauscht

Dieser trat laut Polizeibericht plötzlich aufs Gas, beschleunigte auf etwa 90 km/h und fuhr gezielt auf die Polizeibeamten zu. „Weil er kein Ausweichmanöver einleitete und sein Tempo nicht verringerte, sprangen die Einsatzkräfte zur Seite, um nicht erfasst zu werden“, heißt es. Als der zunächst unbekannte Mann die Kontrollstelle passiert hatte, sei er geflüchtet.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls standen alle drei am Einsatz beteiligten Beamtinnen und Beamten auf der Fahrbahn. Weil sie wegspringen konnten, blieben sie unverletzt. „Trotz der Stresssituation konnten sich die Kollegen das Kennzeichen des Fahrzeugs merken“, berichtet Christian Stein, Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna.

Nach acht Minuten vor der Haustür

Sofort setzte die Fahndung nach dem Raser ein, und diese war erfolgreich. Der tatverdächtige Fahrer ist demnach 21 Jahre alt und wohnt in Bergkamen. Eine Streifenwagenbesatzung traf ihn nur acht Minuten nach dem Vorfall an seiner Wohnanschrift an.

Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren eingeleitet. „Die Ermittlungen dauern an“, teilt die Polizei mit. Ermittelt wird zunächst wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die Staatsanwaltschaft den Eindruck gewinnt, es handle sich um ein versuchtes Tötungsdelikt.

Der Tatverdächtige selbst hatte seine Beteiligung am Vorfall in der Nacht geleugnet, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt. Er habe nicht im Auto gesessen, sei schon länger zu Hause gewesen, ließ er wissen. Der Motor seines Fahrzeugs war laut Polizei zu diesem Zeitpunkt allerdings noch warm.

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