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Gestohlene Bienenvölker sind in Bergkamen wieder aufgetaucht

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Von: Sabine Pinger

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Mutmaßlich hat ein 38-Jähriger Bergkamener mehrere Bienenvölker gestohlen.
Dennis Deutschmann und Jan Wippich holten die gestohlenen Beuten zurück auf die Wiese in Overberge. In den kommenden Tagen wollen sie alles sichten und ordnen. © Deutschmann

Rund 15 Bienenvölker im Garten und dazu einen auffälligen, selbst gebauten Lehmkorb, einen Sunhive: Das machte die Polizisten stutzig, die am Dienstag ihre Kollegen vom Zoll zu einem Einsatz in Bergkamen begleiteten. Schließlich war gerade in der vergangenen Woche eine Anzeige wegen Diebstahls von Bienenvölkern in ihrer Dienststelle eingegangen. Und da einer der Beamten ein ehemaliger Mitschüler des bestohlenen Imkers ist, schickte er diesem Fotos von dem Fund. Dennis Deutschmann erkannte seine gestohlenen Beuten und den außergewöhnlichen Hängekorb sofort.

Bergkamen - Der Bergkamener rief Jan Wippich an, einen Kollegen aus dem Imkerverein. Ihm wurden im vergangenen Jahr sogar dreimal Völker von einer Wiese in Overberge gestohlen. Dessen Bienenstöcke waren gleichfalls unter den entdeckten Insekten, wie sich schnell herausstellte. Die Polizei hatte die beiden Imker nämlich darum gebeten, die Tiere mit der erforderlichen Fachkenntnis selbst in Obhut zu nehmen.

Der Garten des mutmaßlichen Diebes liegt nur etwa 800 Meter Luftlinie von der Wiese in Overberge entfernt, von der Deutschmanns Bienen vergangene Woche gestohlen wurden. Vor Ort stellten die Hobbyimker fest, dass der 38-jährige Tatverdächtige die Bienen zwar zum Eigenbedarf, zur Honigernte, benutzt hat, sich aber offenbar nicht ausreichend mit der Pflege der Tiere auskennt. „Sie sind nicht besonders gut in Schuss. Er hat sich nicht mit viel Sinn und Verstand um sie gekümmert“, gibt Deutschmann an. Die Bienen von Jan Wippich sind etwa seit dem Sommer verschwunden. „Er hätte sie jetzt füttern müssen“, schildert Deutschmann. Ihnen fehle das Winterfutter jedoch.

Bienen haben unter Transport gelitten

Gemeinsam brachten die Bergkamener die Insekten an das Regenrückhaltebecken, an dem Deutschmanns Völker seit etwa fünf Jahren stehen. Mitgenommen haben sie zudem einige fremde Kisten, um sie zunächst in Sicherheit zu bringen. „Der Dieb hat ja auch meine markierten Beuten stehen gelassen und die Rähmchen mit den Bienen in eigene Kisten gehängt“, erklärt Deutschmann. Möglicherweise sind nun fremde Bienen unter den sichergestellten Tieren. Deutschmann und Wippich wollen in den kommenden Tagen alles in Ruhe sichten und sich vor allem einen Eindruck vom Zustand der Völker verschaffen.

Ob das Ende nämlich wirklich glücklich ist, weil die Bienen wieder aufgetaucht sind, kann der 42-Jährige noch nicht sagen. „Wir müssen abwarten, wie sich das im Frühjahr entwickelt“, befürchtet er allerdings einige Verluste. „Bienen muss man in dieser Jahreszeit in Ruhe lassen. Sie dürfen gar nicht bewegt werden“, weiß er. Um Energie zu sparen, rücken die Tiere in der kalten Jahreszeit eng zu einer Traube zusammen und halten sich so gegenseitig warm. Wird diese Traube erschüttert und fällt auseinander, droht den Bienen der Tod. Deshalb war allein der zweimalige Transport schon ein riskanter Eingriff. „Der Dieb ist sicher nicht sanft mit ihnen umgegangen, und wir standen unter Zeitdruck“, gibt Dennis Deutschmann an.

Dass die Bienen überhaupt gefunden wurden, ist Zufall. Der Zoll war dem Tatverdächtigen wegen eines anderen Deliktes auf der Spur. Beim Durchsuchen des Gartens gemeinsam mit der Polizei fanden sie dann die Bienenbeuten.

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