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Bedarfs-Ampel soll Überqueren der Landwehrstraße sicherer machen

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Von: Jürgen Menke

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Hier quert die Landwehrstraße die Klöcknerbahn-Trasse: Die CDU-Fraktion im Bergkamener Stadtrat greift eine Bürgeranregung auf und schlägt eine Anforderungsampel an dieser Stelle vor.
Hier quert die Landwehrstraße die Klöcknerbahn-Trasse: Die CDU-Fraktion im Bergkamener Stadtrat greift eine Bürgeranregung auf und schlägt eine Anforderungsampel an dieser Stelle vor. © Menke

Die CDU-Fraktion im Bergkamener Stadtrat regt die Installation einer Ampel an der Landwehrstraße in Overberge, Ecke Drei Finken, an. Sie soll ein Überqueren der Fahrbahn für die Radfahrer und Fußgänger, die die Klöcknerbahn-Trasse nutzen, sicherer machen.

Bergkamen – Wer die Trasse derzeit nutzt und aus Richtung Süden kommt, landet zunächst vor einem Umlaufgitter. Dann geht es rechts herum, wobei beim Kreuzen der Landwehrstraße eine nur einseitig geschützte Mittelinsel zur Verfügung steht.

Diese sei auch viel zu klein, um ausreichend Sicherheit zu bieten, sagt CDU-Fraktionschef Thomas Heinzel. Zwei Radler hätten nebeneinander kaum Platz darauf – und für Lastenräder sei sie zu kurz, ergänzt Co-Vorsitzender Stephan Wehmeier.

Für viele Kinder der Schulweg

Insbesondere haben die Christdemokraten die Schulkinder aus den Bereichen Hof Theiler, Hüchtstraße und Haferkamp im Blick. Für sie berge das Überqueren der „stark befahrenen Straße“ ein hohes Risiko, heißt es.

Vorbild für die Verkehrssicherungsmaßnahme könnte aus Sicht der CDU etwa die Anforderungsampel am Ostenhellweg in Rünthe oder an der nahe gelegenen Industriestraße sein. Die Umsetzung der Pläne hier hatte sich einst allerdings lange hingezogen, denn die Stadt Bergkamen ist weder Baulastträger der Landwehrstraße noch der Klöcknerbahn-Trasse.

An der Industriestraße gibt es bereits eine Ampel, die Radfahrern und Fußgängern eine sichere Querung der Fahrbahn ermöglicht.
An der Industriestraße gibt es bereits eine Ampel, die Radfahrern und Fußgängern eine sichere Querung der Fahrbahn ermöglicht. © Menke

Folglich fordert die CDU, dass das Vorhaben mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW sowie mit dem Regionalverband Ruhr abgestimmt wird. Dies tut sie in einem Prüfantrag an den Stadtrat.

Schon in der kommenden Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr am 6. Dezember sowie zwei Tage später im Haupt- und Finanzausschuss soll das Thema auf der Tagesordnung stehen. Am 8. Dezember im Stadtrat könne der Vorschlag dann schon abschließend beraten werden.

Nicht jedermanns Sache

Mit dem Antrag auf Bau einer Fußgängerampel folgt die CDU nach eigener Darstellung einer Anregung von Bürgern. Doch nicht bei allen Nutzern der Klöcknerbahn-Trasse dürften die Pläne – trotz nachvollziehbarer und rühmlicher Intention – Gefallen finden. So berichtete ein E-Bike-Fahrer aus Dortmund, der am Dienstag hier unterwegs war, dass er lieber weniger als mehr Ampeln sähe. Diese würden Zeit rauben und die Fahrt immer wieder unterbrechen, auch wenn gar kein Auto komme. Die derzeitige Verkehrsregelung an der Landwehrstraße scheine ihm ausreichend, meinte der Mann. „Man kann sich auch nicht zu 100 Prozent gegen alles schützen.“

Eine generelle Vorfahrt für Radler auf der Klöcknerbahn-Trasse – das kann sich die CDU nicht vorstellen. „Da haben wir die Befürchtung, dass Autofahrer das nicht beachten und es zu Unfällen kommt“, sagt Heinzel. Nur ein Schild hinzustellen, das reiche in diesem Fall auch nicht aus. Im Zweifel seien umfangreiche Baumaßnahmen vonnöten.

Wenn der RS1 kommt ...

Der CDU-Fraktionschef verweist darauf, dass – „irgendwann einmal“ – auch der Radschnellweg Ruhr (RS1) über die Klöcknerbahn-Trasse verlaufen solle. „Spätestens dann muss ohnehin eine Lösung für den Bereich gefunden werden.“

Der RS1 soll über 116 Kilometer Wegstrecke die Stadt Moers am Niederrhein mit Hamm im östlichen Ruhrgebiet verbinden. Bisher sind nur wenige Kilometer fertig ausgebaut und befahrbar. Im Kreis Unna soll die Verbindung durch Kamen, Unna und Bergkamen führen. Zuletzt hieß es aufseiten des Landes, dass das Planfeststellungsverfahren für den RS1 2023 eingeleitet werde. Frühester Baustart wäre 2026.

Was ist mit Zebrastreifen?

In Sachen Rad- und Fußverkehr sieht Heinzel die Stadt Bergkamen grundsätzlich auf einem guten Weg. So seien im jüngst fortgeschriebenen Fuß- und Radwegekonzept gute Ideen aufgegriffen worden. Dennoch gebe es noch viel zu tun. Einzelne Vorschläge für mehr Verkehrssicherheit – wie den der CDU, im Bereich Busbahnhof nur noch Schritttempo zuzulassen – seien mit Ratsmehrheit jedoch abgelehnt worden.

Ein wenig Sorgen macht sich die CDU um die Fußgänger entlang der Ebertstraße. So wurde vor einigen Wochen der Zebrastreifen auf der querenden Parkstraße beseitigt. Er entsprach nicht mehr der Norm. „Einen Ersatz gibt es noch nicht“, bemängelt Heinzel.

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