Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen

 „Erdbeerfeld“ soll bebaut werden – Fraktionen mit Planungen aber nicht zufrieden

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Die Fläche zwischen Jahnstraße und Hermann-Stehr-Straße soll mit 118 Wohneinheiten bebaut werden.

Bergkamen – Der Rat hat in noch „alter“ Besetzung beschlossen, dass ein Bebauungsplan für die fünf Hektar große Fläche zwischen Jahnstraße und Hermann-Stehr-Straße aufgestellt wird. Richtig zufrieden mit den von der „beta Bauland“ ausgearbeiteten Plänen für 118 Wohneinheiten auf dem sogenannten Erdbeerfeld im Herzen Oberadens zeigte sich indes keine der Fraktionen.

Grüne: Sie bemängelten vor allem zweierlei: Zum einen, dass sich die Investoren-Pläne zu wenig am Bedarf orientierten, weil hauptsächlich Eigenheime und nur 18 öffentlich geförderte Wohnungen vorgesehen seien, und dann auch wohl nur in Miet-Reihen- und nicht in Mehrfamilienhäusern. Zum anderen sei das nun verabschiedete beschleunigte Verfahren „nicht akzeptabel“, weil es etwa durch den Verzicht auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung die Belange des Umwelt- und Klimaschutzes nicht ausreichend berücksichtige.

BergAUF: Die Fraktion schloss sich der Grünen-Argumentation an und lehnte die Aufstellung des B-Plans ab, sodass es am Ende fünf Gegenstimmen gab.

CDU: Sie sagte „Ja“ zum B-Plan, mahnte den Bau einer ausreichenden Anzahl an Parkplätzen an, wunderte sich aber vor allem über die Entscheidung für das beschleunigte Verfahren. Wer wie die Ratsmehrheit den Klimanotstand ausrufe, müsse auch „Farbe bekennen“ und bei solch einem großen Bauprojekt etwa eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie ein Lärmschutzgutachten erstellen. Hier pflichteten die Grünen der CDU bei: Die SPD agiere nach dem Grundsatz „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“, hieß es.

FDP: Sie will das Erdbeerfeld entwickeln, aber für alle Bevölkerungsgruppen. Daher müssten auch altersgerechte Mietwohnungen geschaffen werden, die zurzeit nicht vorgesehen sind.

SPD: Sie möchte im Laufe des Verfahrens noch Änderungen hinsichtlich Grundstücks- und Grünflächengrößen, Straßenbreiten und Wohnungsarten herbeiführen. Ihr Ja zur B-Plan-Aufstellung segne nicht die aktuellen Investoren-Pläne ab, hieß es.

Zum Schluss der Debatte verwies Bergkamens Erster Beigeordnete Dr.-Ing. Hans-Joachim Peters darauf, dass die Politik im Laufe des Verfahrens über die jeweiligen Planungen informiert werde, diese natürlich beeinflussen könne und am Ende ja noch vor der Frage des Satzungsbeschlusses stehe. Auch jetzt würden Umweltbelange abgewogen, das beschleunigte Verfahren sei „keine Kampfansage an den Klimaschutz“ oder stehe im Widerspruch dazu. Peters räumte zudem ein, dass Bergkamen „ein Stück weit auch Geschosswohnungsbau“ benötige.

Der Investor wird wohl ein bisschen nacharbeiten müssen. 

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