Kooperation mit Curevac

Wird Bayer-Werk in Bergkamen Teil der Impfstoff-Produktion?

Der Pharmakonzern Bayer hat am Montag den Einstieg in die Produktion von Impfstoff gegen das SARS-CoV-2-Virus angekündigt. Ob dabei auch das Werk in Bergkamen mit seinen mehr als 1600 Mitarbeitern eingebunden wird, bleibt bis auf Weiteres offen.

Die zuständige Bayer-Sprecherin Astrid Kranz jedenfalls konnte auf WA-Anfrage noch keine genaueren Angaben machen, ob Bergkamen eingebunden wird. „Bis zum Produktionsstart sind es noch viele Schritte“, machte sie deutlich. Zum aktuellen Zeitpunkt ließe sich noch nicht genau sagen, welche Standorte wie beteiligt würden.

Unternehmen Bayer AG
Umsatz43,54 Milliarden EUR (2019)
HauptsitzLeverkusen
Gründung1. August 1863, Wuppertal-Barmen

Einer wurde am Montag bereits genannt: Wuppertal (NRW), wo Bayer 1863 gegründet wurde. Hier sollen alle Corona-Impfdosen fertiggestellt werden. Einzelne Vorprodukte sollen aber auch von anderen Standorten kommen, heißt es.

Bayer will 160 Millionen Impfdosen für 2022 herstellen - auch in Bergkamen?

Die Pharmasparte des Leverkusener Konzerns sitzt in Berlin. Hier laufen die Anfragen zum Impfstoff zusammen. „Und das sind viele“, sagte Kranz. Redaktionen aus ganz Deutschland hätten sich schon gemeldet – und die gleiche schmale Auskunft bekommen. Hierzulande betreibt der Weltkonzern Bayer 19 Standorte und ist mit über 30.000 Beschäftigten einer der großen Arbeitgeber, auch in Bergkamen.

Bayers Partner bei der Impfstoffherstellung ist die Tübinger Biotechnologiefirma Curevac. Beide Firmen gaben bekannt, dass sie eine schon im Januar geschlossene Kooperation erweitern. Eine Prüfung der eigenen Möglichkeiten habe ergeben, „dass wir über die erforderlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten verfügen, den mRNA-basierten Impfstoff von Curevac herstellen zu können“, heißt es bei Bayer.

2022 will das Unternehmen 160 Millionen Dosen herstellen, im zweiten Jahr noch mehr. Der Start der Produktion werde schon Ende 2021 angestrebt, heißt es. Dies könne man aber nicht versprechen. Bayer unterstützt Curevac bereits bei der Entwicklung und Bereitstellung seines Impfstoff-Kandidaten sowie bei Aktivitäten in ausgewählten Ländern.

Das Bayer-Werk in Bergkamen ist nach Angaben des Unternehmens der größte Standort der AG zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe. Ob und wie es bei der geplanten Impfstoff-Produktion zum Zuge kommt, steht noch nicht fest.

Bayer stellt bisher keine Impfstoffe her - unklar, ob Produktion auch in Bergkamen

Curevac ist derweil noch mit der Entwicklung des Impf-Präparats beschäftigt. Es basiert wie die Vakzine von Biontech und Moderna auf sogenannten „messenger RNA“. Wenn die Entwicklungs- und Zulassungsschritte planmäßig verlaufen, kann es den Angaben nach ab diesem Sommer gespritzt werden – dann zunächst mit Dosen, die nicht von Bayer gefertigt wurden.

Bisher stellt der Leverkusener Konzern keine Impfstoffe her. Die EU-Kommission hat bei Curevac 220 Millionen Dosen vorbestellt, von denen laut dem Bundesgesundheitsministerium 53 Millionen auf Deutschland entfallen. Das Präparat selbst muss zweimal gespritzt werden, jeder Impfling benötigt also gleich zwei Impfdosen.

Bayer: Bergkamen größter Standort der AG zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe

Dem Vernehmen nach baut Bayer die Impfstoff-Produktion in Wuppertal nicht allein vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie auf. Vielmehr soll die mRNA-Technologie auch auf andere Anwendungsgebiete ausgeweitet werden.

Das Werk in Bergkamen ist nach Bayer-Angaben der größte Standort der AG zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe. Hier würden Steroidhormone, Kontrastmittel und Zwischenprodukte in höchster Reinheit gefertigt, heißt es. Zum sogenannten „Supply Center“ gehört demnach auch ein weiterer Teilbereich in Berlin-Charlottenburg. Dort würden einige der in Bergkamen hergestellten Wirkstoffe fein vermahlen und für die weitere Verarbeitung vorbereitet – sei es als Tablette oder auch als Lösung.

Die Probleme bei der Telefon- und Online-Anmeldung von Über-80-Jährigen für Impftermine gehen unterdessen weiter. Möglicherweise soll es bei der nächsten Altersgruppe ein verändertes System bei der Impftermin-Vergabe geben. Auch Menschen, die nicht so schnell impfberechtigt sind, fragen sich, wann sie an der Reihe sein werden. Sie können sich über einen kostenlosen Impfrechner im Internet ihren Termin prognostizieren lassen.

Rubriklistenbild: © Robert Szkudlarek/Digitalbild

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