Gutachten nötig

Baustart für Radschnellweg RS1 im Kreis Unna erst 2026

Kanalbrücke Werner Straße Rünthe Bergkamen
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Es ist noch völlig offen, ob der geplante Radschnellweg über die Kanalbrücke auf der Werner Straße geführt werden kann. Möglicherweise muss in Rünthe noch ein gesondertes Brückenbauwerk errichtet werden.

Bergkamen – Der Bau des Radschnellweges (RS1) wird im Bereich des Kreises Unna nicht vor 2026 beginnen. Das sagt Projektleiter Sebastian Artmann von Straßen.NRW.

Der Landesbetrieb hat vor vier Jahren die Planungshoheit für das 100 Kilometer lange Großprojekt übernommen. Während in Mühlheim und Essen bereits vor 2016 die ersten Abschnitte realisiert worden sind, soll nun eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eine bevorzugte Variante für die Streckenführung im Kreis Unna zeigen. Das Gutachten soll bis Ende dieses Jahres vorliegen.

Die Nutzung der ehemaligen Zechenbahn-Trasse von Kamen über Overberge bis zum Datteln-Hamm-Kanal in Rünthe ist noch die Route, die zumindest die Verantwortlichen bei Straßen.NRW bevorzugen. „Das ist ja logisch, weil dort bereits ein Radweg vorhanden ist“, sagt der Projektleiter. „Wir müssen aber abwarten, ob die UVP-Gutachter auch zu diesem Ergebnis kommen. Schließlich müssten dann auch viele Bäume gefällt werden“, weist Sebastian Artmann auf die Ausmaße des Radschnellweges hin. Bei einer Gesamtbreite von 7,50 Metern sollen 6,50 Meter asphaltiert werden. Davon sind vier Meter für die Radfahrer und 2,50 Meter für Fußgänger vorgesehen. „Hinzu kommen die Bankette auf beiden Seiten, um zum Beispiel Straßenschilder aufzustellen“, sagt Artmann.

Neue Brücke in Rünthe?

Die Frage sei aber nicht nur, ob die RS1-Strecke über die ehemalige Bahntrasse mit der Tier- und Pflanzenwelt in dem Schutzgebiet in Einklang zu bringen sei. „Wir müssen dann nach den UVP-Vorgaben auch noch die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Variante prüfen, die die Gutachter als beste Lösung vorschlagen“, erläutert Sebastian Artmann, warum noch einige Jahre vergehen werden, bis der Radweg durch den Kreis Unna gebaut wird. Erst nach der Auswertung des Gutachtens in den ersten Monaten des nächsten Jahres könne das gesetzlich vorgeschriebene Planfeststellungsverfahren auf den Weg gebracht werden. Es werde erfahrungsgemäß zweieinhalb Jahre dauern, bis alle Interessen unter einen Hut gebracht seien. „Der Radschnellweg hat den gleichen Rang wie eine Landesstraße. Da sind neben den drei Kommunen, Bergkamen, Kamen und Unna und den anderen Trägern öffentlicher Belange ja auch noch der Kreis als untere Umweltbehörde und die Bezirksregierung in Arnsberg beteiligt“, so der Projektleiter.

Erst nach Abschluss dieses Verfahrens könne die konkrete Planung beginnen. Abschließend nehme auch noch die europaweite Ausschreibung und die Vergabe der Bauarbeiten viel Zeit in Anspruch, rechnet der Projektleiter erst 2026 mit dem Baustart im Kreis Unna. Völlig offen ist auch noch, welche Lösung für die Kanalüberquerung in Rünthe beschlossen wird, um auf die Nordseite des Wasserweges zu kommen. Dort soll die Verbindung nach Hamm hergestellt werden. „Es ist zum Beispiel noch die Frage, ob wir dafür die Brücke auf der B233 nutzen können oder möglicherweise ein eigenes Bauwerk für den RS1 errichten müssen. Ausgeschlossen ist das nicht“, so Sebastian Artmann.

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