Straßen.NRW gibt Einblick ins Projekt

Bauarbeiten für L821n bereits gestartet / Mitarbeiter beleidigt und angegangen

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Die Bauarbeiten an der Lünener Straße haben begonnen. Bis zum Frühjahr 2020 soll der erste Bauabschnitt fertiggestellt werden.

Bergkamen - Die Bauarbeiten für die L821n an der Lünener Straße laufen. Bei der Vorstellung des Projekts gab Straßen.NRW nun einen Einblick in die nächsten Arbeitsschritte und äußerte sich zu Argumenten der Straßengegner. Erschreckend: Es wurden Mitarbeiter beleidigt und angegangen.

Was ist der aktuelle Stand? 

Mit Blick auf die Bauarbeiten an der Lünener Straße, fällt auf: Die Arbeiten sind bereits in vollem Gange. Bei der Vorstellung des Bauprojekts bestätigte Kathrin Heffe, Leiterin der Regionalniederlassung Ruhr von Straßen.NRW: „Die Arbeiten sind vor zwei Wochen gestartet.“ Das beauftragte Tiefbauunternehmen Heitkamp baut bereits den Kreisverkehr an der Lünener Straße. Einen Spatenstich wird es nicht geben. 

Stellten das Projekt vor (von links): Projektleiter Frank Hausendorf, Kathrin Heffe, Leiterin der Regionalniederlassung Ruhr, Christoph Neumann, Abteilungsleiter Planung der Regionalniederlassung Ruhr und Melanie Nölke, Abteilungsleiterin Straßenbau der Regionalniederlassung Ruhr.

Wie ist der erste Bauabschnitt geplant? 

Der erste Bauabschnitt beginnt an der Lünener Straße in Oberaden und endet am Friedhofsweg. Am Einstiegspunkt an der Lünener Straße wird das Bauunternehmen einen Kreisverkehr errichten. An der Straße plant Straßen.NRW auch Geh- und Radwege. Die bestehende Wohnbebauung wird durch Lärmschutzwälle geschützt. Die Arbeiten sollen bis zum Frühjahr 2020 fertiggestellt werden und nahtlos in den zweiten Bauabschnitt übergehen. 

Baubeginn der L821n in Bergkamen an der Lünener Straße

Wie ist der zweite Bauabschnitt geplant? 

Der zweite Bauabschnitt startet ab dem Friedhofsweg und führt bis zur Erich-Ollenhauer Straße. Es sind zwei Brücken geplant, eine große über den Kuhbach, eine kleinere über den Heidengraben. Es wird Querungshilfen für Fußgänger geben. „Die Brücke über den Kuhbach wird dem Landschaftsbild angepasst“, sagte Projektleiter Frank Hausendorf. Auch Lärmschutzmaßnahmen sind geplant. „Es wird an keinem Gebäude der zulässige Grenzwert überschritten“, versicherte der Projektleiter.

Der erste Bauabschnitt der L821n: Aktuell laufen die Bauarbeiten für den Kreisverkehr an der Lünener Straße. Die Brücke über den Kuhbach (rechts) gehört bereits zum zweiten Bauabschnitt.

 

Wie hoch werden die Kosten sein? 

Straßen.NRW plant mit Gesamtkosten in Höhe von 14,5 Millionen Euro. „Es ist klar, dass der zweite Abschnitt aufwendiger ist und somit auch teurer wird als der erste“, sagte Hausendorf. 

Gibt es Probleme mit Straßengegnern? 

„Wir haben die schwierige Aufgabe, das Interesse aller unter einen Hut zu bekommen“, erklärte Bernd Löchter, Leiter Zentrale Kommunikation bei Straßen.NRW. Die Situation schaukele sich schnell hoch. Es sei bereits vorgekommen, dass Mitarbeiter körperlich angegangen wurden. „Das geht einfach nicht“, stellte er klar. Beleidigungen seien da noch das geringere Problem. „Es darf nicht sein, dass sich der Ärger über den Bau auf Personen fokussiert.

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Gibt es Probleme mit der Umweltverträglichkeit? 

„Die Umweltverträglichkeit wurde im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens gerichtlich geprüft“, so Christoph Neumann, Abteilungsleiter Planung der Regionalniederlassung Ruhr. Rein formell sei die Verträglichkeit von 2008. Allerdings gebe es keine Erkenntnisse, warum diese nicht mehr aktuell sein sollte. Und im Bezug auf die Ausgleichsmaßnahmen für den Straßenbau sei dies von Vorteil für die Natur, sagte Neumann. „Die aktuelle Ausgleichsregelung würde ungünstiger ausfallen.“ Das bedeute weniger Ausgleichsmaßnahmen. 160 Obstbäume wurden bereits gepflanzt. Dabei soll es nicht bleiben. Es sollen Kulturbiotopkomplexe entstehen und Bereiche mit bodenständigem Laubgeholz aufgeforstet werden. 

Gibt es archäologische Funde in dem Bereich, die sich auf den Bau auswirken? 

Nein. Es gab archäologische Voruntersuchungen in den vergangenen Wochen. „Dabei wurde nichts vorgefunden“, erklärte Hausendorf. 

Bereitet die Entwässerung Probleme? 

Neben der Straße sollen Kasakadenrigolen, die mit Kies gefüllt sind, angebracht werden. Laut Hausendorf soll durch diese technische Maßnahme das Wasser von der Fahrbahn abgehalten und abgegeben werden. „Die Böden in diesem Bereich sind nicht so versickerungsfähig wie gedacht“, sagte Hausendorf. Durch die Rigolen werde sich das Abflussverhalten aber nicht gegenüber des jetzigen Zustandes verändern. Wichtig: „Der Lippeverband hat die L821n auch bei der Ausweisung der Überschwemmungsgebiete berücksichtigt“, erklärte Hausendorf. „Wir stehen im ständigen Austausch mit Lippeverband und Bezirksregierung.“ 

Wie wird sich die Straße auf den Verkehr auswirken? 

Die Verkehrsbelastung an der Schulstraße und Jahnstraße werde laut Heffe um etwa die Hälfte sinken, wenn die Umgehungsstraße gebaut und verkehrslenkende Maßnahmen durchgeführt wurden. Das Verkehrsministerium hatte Bereitschaft signalisiert, die Straßen zu Gemeindestraßen zurückzustufen. „Wir erwarten momentan sehr viel von den beiden Straßen. Sie sollen Wohn- und Einkaufsfunktion haben, aber gleichzeitig auch Landesstraße sein“, so Heffe. Der Gesamtverkehr in Bergkamen könne nach dem Straßenbau zeitweise steigen. Autofahrer, die das Kamener Kreuz umfahren wollen, solang es noch nicht ganz ausgebaut ist, könnten dies über die neue Umgehungsstraße tun. „Wir sehen das Projekt langfristig“, sagte Heffe. Straßen.NRW rechnet mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von 8 500 Kraftfahrzeugen, die die L821n nutzen. 

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